weather-image
20°
×

2091 Stimmen für den SPD-Kandidaten, 1099 für Martin Schulze-Elvert (CDU)

65,55 Prozent: Oliver Schäfer wird am 1. April 2007 neuer Bürgermeister

Obernkirchen (rnk). Der erste hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Obernkirchen wird Oliver Schäfer heißen. Der Kandidat der SPD erhielt gestern in der Stichwahl 65,55 Prozent der abgegebenen Stimmen, für den CDU-Gegenkandidaten Martin Schulze-Elvert votierten 34,45 Prozent. Schäfer tritt sein Amt am 1. April 2007 an.

veröffentlicht am 25.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:21 Uhr

Den höchsten Sieg konnte der Genosse dabei in der Zweigstelle der Sparkasse feiern: Dort räumte er 77,59 Prozent aller Stimmen ab. In der Sparkasse am Marktplatz musste er das schlechteste Ergebnis hinnehmen: 58,33 Prozent der Wähler machten dort ihr Kreuz bei ihm, Schulze-Elvert kam auf 41,67 Prozent. In absoluten Zahlen liest sich das Ergebnis so: 2091 Stimmen für Schäfer, 1099 für Schulze-Elvert. Insgesamt waren 3190 Obernkirchener zur Stichwahl gegangen, das entspricht einem Anteil von 39,99 Prozent der Wahlberechtigten. Vor zwei Wochen hatte die Wahlbeteiligung bei 53,89 Prozent gelegen. Schäfer hatte bei insgesamt sechs Bewerbern 35,57 Prozent erhalten, Schulze-Elvert lag bei 21,59 Prozent. Insgesamt wurden 979 Wähler weniger als bei der ersten Wahl vor 14 Tagen notiert. Am deutlichsten war der Rückgang in Krainhagen, wo 166 Wähler weniger notiert wurde, danach folgt Vehlen mit einem Minus von 131. Da es aber nur zwei Kandidaten gab, konnten beide in absoluten Zahlen gegenüber ihrem Ergebnis von vor zwei Wochen zulegen. Am stärksten schnitt Schäfer dabei in der Schule am Ochsenbruch ab, wo er sich um 54 Stimmen und damit um 38,54 Prozentpunkte verbesserte. Schulze-Elvert ist es deutlich weniger gelungen, seine Wähler zu mobilisieren. Am stärksten legte er noch in der Sparkasse am Markt zu, woer sein Ergebnis um 17,37 Prozentpunkte steigern konnte. Es sei ein Ergebnis, das er in dieser Deutlichkeit nicht erwartet hätte, räumte Schäfer schon nach den ersten Auszählungen in den Wahllokalen ein. Schulze-Elvert, sichtlich geschockt über die Deutlichkeit des Ergebnisses, wertete den Wahlausgang als "Minimax-Prinzip": "Minimale Leistung mit maximalen Ergebnis." Es war eine Anspielung auf seinen Wahlkampf und den des späteren Siegers: Schulze-Elvert war omnipräsent, Schäfer wurde dagegen deutlich weniger wahrgenommen. Naturgemäß wertete SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Mevert das Wahlergebnis ein bisschen anders. Es sei eine "Sympathiewahl" gewesen, bei der nach dem ersten Wahlgang der Trend eindeutig in Richtung Schäfer gegangen sei. Dieses Ergebnis könne durchaus Einfluss auf die anstehenden Verhandlungen der SPDhaben, die im neuen Stadtrat einen Partner für eine Mehrheit sucht, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende. Die Mehrheit könne nicht Politik gegen einen Bürgermeister machen, der mit einem derart souveränen Wahlerfolg in das Rathaus einziehe. Wer ein Interesse an Obernkirchen habe, müsse jetzt mit Schäfer und der SPD verhandeln: "Dauer-opposition und Opposition um der Opposition willen wird nicht gehen." Zwei Partner, so Mevert, seien im Stadtrat stärker als eine Fraktion, die aus vier oder fünf Partnern bestehe: "Die Entscheidungsabläufe im Rathaus müssen schneller gehen. Da sind zweiPartner immer effektiver." Jörg Hake, SPD-Ortsverbandsvorsitzender in Obernkirchen, wertete den Sieg als "absolut verdient". Den Wahlausgang habe er durchaus so erwartet, erklärte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Horst Sassenberg, der Schäfer schon um 18.16 Uhr auf der Basis der ersten Ergebnisse zum Wahlsieg gratuliert hatte. Der SPD sei es einfach besser gelungen, ihre Wähler für die Stichwahl zu mobilisieren. Das müsse man anerkennen. Eine feine Geste gab es zum Schluss des kurzen Wahlabends, der schon kurz nach 18.30 Uhr beendet war. Astrid Semler, vor zwei Wochen ausgeschiedene Einzelbewerberin auf den Bürgermeister-Posten, erschien persönlich im Rathaus, um dem Sieger und neuen Bürgermeister gratulieren zu können.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige