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Lemmermann bei 32,45 Prozent / SPD und Grüne stellen Mehrheit im Rat / WGS gewinnt zwei Sitze

67,54 Prozent: Spitzen-Ergebnis für Buchholz

Rinteln (crs). Mit einem herausragenden Ergebnis ist Karl-Heinz Buchholz als Bürgermeister der Stadt im Amt bestätigt worden. 67,54 Prozent der Wähler votierten für den SPD-Amtsinhaber, noch nicht einmal ein Drittel der Wähler stimmte für seinen CDU-Herausforderer Dr. Marc Lemmermann, der sich mit mageren 32,45 Prozent der Stimmen bescheiden musste.

veröffentlicht am 11.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

"Vor Ihnen steht ein glücklicher Bürgermeister, ich bin ganz, ganz zufrieden", reagierte Buchholz gelöst und entspannt auf den enormen Vertrauensbeweis der Rintelner. 55 plus x hatte Buchholz stets als Wahlziel formuliert. Dass er dieses selbst gesteckte Ziel locker um 12,5 Prozent übertreffen würde, "damit habe ichnicht gerechnet", strahlte gestern Abend im Rathaus ein glücklicher Buchholz. Mit diesem Resultat gelang es dem Möllenbecker sogar, das Ergebnis der letzten Bürgermeisterwahl von 1997 noch deutlich zu übertreffen. Damals hatte er gegen zwei Gegenkandidaten 63,8 Prozent der Stimmen geholt - jetzt sind es noch mal knapp vier Prozentpunkte mehr. Enttäuscht nahm Lemmermann das Ergebnis zur Kenntnis. "Es ist uns offenbar nicht gelungen, unsere Wähler zu mobilisieren", nannte er die extrem schwache Wahlbeteiligung als einen Grund für sein enttäuschendes Abschneiden, vermutete außerdem einen "Amtsbonus" für Buchholz. Nach 14 Monaten Wahlkampf hatte sich der CDU-Kandidat ein besseres Abschneiden erhofft: "Am Einsatz hat es nicht gelegen, viel mehr konnte ich nicht machen." Als rundum fairer Verlierer zeigte sich Lemmermann gestern Abend: Direkt nach Bekanntgabe des Endergebnisses marschierte er mit Ehefrau Kristin und Sohn Conner vom Sitzungssaal zum Bürgermeisterzimmer, wo Buchholz mit seiner Ehefrau Inge und SPD-Parteichef Wolfgang Foerstner den Ausgang der Wahl abgewartet hatte, und gratulierte seinem Kontrahenten zur Wiederwahl. Und statt als Bürgermeister will Lemmermann künftig als neu gewähltes Ratsmitglied seine Ideen umsetzen. Das kann er mit Fug und Recht. Mit 1097 Stimmen holte der Spitzenkandidat das mit Abstand beste Ergebnis der CDU, noch vor dem stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Goebel (818). Der fasste das CDU-Ergebnis völlig konsterniert in einem knappen Satz zusammen: "Das ist bescheiden." Die CDU verliert im Stadtrat im Vergleich zu 2001 knapp fünf Prozentpunkte und damit drei Sitze - jetzt sind es nur noch zwölf. Die SPD - hier holten Heiner Bartling mit 1503 Stimmen und Karl Lange (1141) die Top-Ergebnisse - hält bei plus 1,5 Prozentpunkten ihre Stärke von 17 Sitzen. Gewinner sind die kleinen Parteien: Ursula Helmhold freut sich mit Nina Weißer auf eine zweite grüne Ratsfrau, die WGS gewinnt im Vergleich zu 2001 zwei Sitze dazu, die FDP bleibt bei einem Mandat. Sowohl Grüne als auch SPD signalisierten bereits gestern Abend den Willen zur Zusammenarbeit im neu gewählten Rat. Mit 17 SPD-Stimmen, zwei Grünen-Stimmen plus Bürgermeister-Stimme könnte Buchholz damit auf eine solide Mehrheit von 20 Stimmen gegenüber 17 Oppositionsstimmen blicken. Als enttäuschend bewerteten alle Parteien die extrem schwache Wahlbeteiligung. Gerade mal 47,76 Prozent aller Rintelner nutzten die Chance, den Bürgermeister direkt zu wählen.

Geschockt: Lemmermann.



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