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Geplante Versalzung durch Kali GmbH soll auf nächste Tagesordnung des Rintelner Rates

700 000 Kubikmeter Salzlauge in die Weser?

Rinteln (wm). Ursula Helmhold, grüne Ratsfrau und Landtagsabgeordnete aus Rinteln, hatte zuerst Alarm geschlagen: Die K+S Kali GmbH will über eine 60 Kilometer lange Pipeline von ihrem Werk Neuhof bei Fulda rund 700 000 Kubikmeter Salzlauge in die Werra leiten, womit die Brühe automatisch auch in die Weser fließt (wir berichteten).

veröffentlicht am 12.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:19 Uhr

Jetzt kündigte Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz an, das Thema werde auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung gesetzt, denn Salzlauge in der Weser ginge alle Weseranrainer etwas an. Der Ratsfraktionen aus Hameln haben bereits reagiert, wollen eine Resolution vorbereiten und die Landesregierung auffordern, bei den hessischen Behörden mit Nachdruck eine Beteiligung am weiteren Verfahren einzufordern, statt zuzulassen, dass die Weser Abwasserkanal für ein Kali-Werk wird. Was nicht nur Ursula Helmhold von den Grünen wundert: Weder der Naturschutzbund Rinteln, der bei jeder von einem Landwirt abgesägten Hecke Sturm läuft, noch der Fischereiverein, der unmittelbar von einer Weserversalzung betroffen wäre, haben bisher reagiert. Zander, Hecht, Wels und ein weiteres rundes Dutzend Fischarten sind nach demEnde der DDR, dem Niedergang der Thüringer Kaliindustrie in der Weser wieder heimisch geworden, nachdem der Fluss eine gute Wasserqualität erreicht hat. Die geplante Neuversalzung der Weser durch die K+S Kali GmbH hätte verheerende Auswirkung auf Flora und Fauna, warnt der BUND Thüringen, der das Beispiel vor Augen hat: Die untere Werra ist nämlich auf eine Länge von rund 150 Kilometer versalzen. Normalerweise sollten in diesem Flussabschnitt, der einstmals als artenreiche Barbenregion galt, bis zu 30 Fischarten anzutreffen sein. Heute findet man hier nur noch Aale und Weißfische. Die Werra gilt noch immer zu den am stärksten belasteten Fließgewässern Mitteleuropas. Was die Grünen besonders empört: Die Kali-Werke berufen sich auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1947 - damals hat es noch keine gewässerökologischen Zielsetzungen gegeben.




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