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Jochen Busse gastiert im Sägewerk und räumt mit Vorurteilen auf

Älterwerden aufs Korn genommen

Lauenau. „Wie komme ich jetzt da drauf?“, hat Jochen Busse sein Lauenauer Publikum am Donnerstag gefragt. Zahlreiche Themen streifte der Kabarettist, doch tatsächlich geht es in seinem aktuellen Programm nur um eines: das Älterwerden. Die 500 Gäste im Sägewerk amüsierten sich prächtig. Eingeladen zu dem Kabarettabend hatte die Lauenauer Runde.

veröffentlicht am 18.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:42 Uhr

Warum gibt es ihn überhaupt, den demografischen Wandel? „Früher war man die Alten schneller los. Heute sind sie viel länger haltbar.“ Und woran merkt man, dass man alt ist? Auch auf diese Frage hatte Busse eine Antwort. „Wenn man eine Gummimatte mit Saugnäpfen in die Dusche legt, ist man 70.“ Läuft man mit der Matte an den Füßen durch die Wohnung und beschwert sich über die ungewohnten „Hausschuhe“, ist man hingegen mindestens 90.

Mal witzig, mal platt plauderte Busse über die Folgen des Alters. Im Zentrum stand eine „Hausausweihungsparty“. Die Stadtwohnung ohne Fahrstuhl ist nicht mehr altersgerecht, drum muss ein barrierefreies Domizil auf dem Land her. Der Autor und Schauspieler hat jedoch partout nichts für das beschauliche Landleben übrig. In der Provinz werde die Natur in ihre Einzelteile zerlegt, darum herrsche ständig Lärm. Lustvoll schimpfte der 72-Jährige über allerlei Trends wie Hundeverehrung, Jugendwahn und geschmacksverirrte Senioren. Warum laufen Betagte in Funktionshosen und Trekking-Jacken zum Bäcker? „Welche Route nehmen die? Über den Mount Everest oder die Eiger-Nordwand?“

Auch mit Vorurteilen räumte er auf. „Junge Frauen sind für alte Säcke keine Lösung.“ Und Sex als Garant für eine stabile, langjährige Beziehung sei völlig überschätzt. „Was Ehepaare wirklich einander verbindet, sind Immobilien, die noch nicht abbezahlt worden sind.“

Als Leitmotiv und „running gag“ täuschte er immer wieder Gedächtnislücken vor. „Wie komme ich jetzt da drauf?“ Als Gegenmittel stellte er Alzheimer-Übungen vor, wie zum Beispiel die Hühnersprache aus der Schulzeit. Wer sie beherrscht, ist noch immer fit im Kopf. Das werde jeder Verkäufer bestätigen, den man im Ladengeschäft in dieser Geheimsprache vollquatscht. Das Publikum war begeistert. Auch die kleinen Abstecher ins politische Kabarett zündeten. Mit lebhaftem Beifall dankten die Gäste für den kurzweiligen, erhellenden Kabarettabend.han

Kabarettist

Jochen Busse macht sich über das Älterwerden lustig.han




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