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Abrechnungsdurcheinander bei den Stadtwerken Schaumburg-Lippe zieht personelle Konsequenzen nach sich

Ärger über die immer noch andauernde „Provinzposse“

Bückeburg (kle). Als „Provinzposse“ empfindet Peter Diepen aus Bückeburg die Erlebnisse, die ihm im Zusammenhang mit den Stadtwerken Schaumburg-Lippe wiederfahren sind – Mahnverfahren und Anschreiben einer Inkassofirma inklusive. Hintergrund sind die letzten Überreste des Abrechnungsdurcheinanders, das den Stadtwerken – und deren Kunden – seit Beginn des Jahres zu schaffen machen.

veröffentlicht am 23.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:21 Uhr

Ein halbes Jahr lang wartete Diepen auf eine Abrechnung der Stadtwerke für das Jahr 2009 und darauf, dass diese den entsprechenden Betrag von seinem Konto abbuchen. Stattdessen erhielt er im März dieses Jahres eine Mahnung, er solle das Geld bis Februar überweisen. Einige Telefongespräche und Rückfragen später erhielt er im Juni schließlich eine Kopie der Abrechnung für Oktober 2009 – mit dem Hinweis, man werde das Geld von seinem Konto abbuchen. So weit, so gut, dachte sich Diepen – bis ihn im November das Anschreiben einer Inkassofirma erreichte, er solle den ausstehenden Betrag zuzüglich einer Restforderung der Kreditfirma in Höhe von knapp 80 Euro schnellstens überweisen.

„Zuerst habe ich mich natürlich richtig erschrocken, als dieser Brief gekommen ist“, erinnert sich Diepen. „Danach hatte ich erst mal eine Arbeit, alle Geschehnisse bis zu diesem Zeitpunkt wieder herzuleiten und alle Dokumente zusammenzutragen.“

Inzwischen kann Diepen aber aufatmen. Die Situation habe sich aufgeklärt, versichert Gerhard Ammermann, seit drei Monaten Leiter der Abrechnungsabteilung bei den Stadtwerken. Man habe sich auch bereits bei Diepen entschuldigt, die Kosten für die Kreditfirma müsse er nicht übernehmen.

Die Entstehung des Problems erklärt Ammermann folgendermaßen: „Diepen hatte uns damals eine Einzugsermächtigung erteilt.“ Beim Übertragen der Daten von einem Abrechnungssystem auf das andere seien zum Teil Bankdaten verloren gegangen. „Im Folgenden galt Herr Diepen im System als Barzahler, was er aber natürlich nicht wissen konnte.“

Was die Problematik der Datenverluste angehe, sei Diepen ja leider nicht der einzige Fall gewesen, so Ammermann und fasst noch einmal zusammen: „Früher hat e.on die Verbrauchsabrechnung beim Strom durchgeführt.“ Im Herbst 2009 hätten die Stadtwerke das selbst übernommen. Probleme mit dem neuen Abrechnungssystem, das bald darauf ausgetauscht werden musste, hatten unter anderem Datenverluste zur Folge. Dies führte zu einer langen Kette von Problemen, die sich zum Teil noch bis in die zweite Hälfte des neuen Jahres hinzogen – und vereinzelt bis heute noch nicht vollständig gelöst sind.

In der Zwischenzeit habe die Abrechnungsgeschichte darum auch personelle Konsequenzen nach sich gezogen, was Geschäftsführer Eduard Hunker bestätigte. Bis Ende des Jahres sollen endlich alle Problemfälle gelöst werden. Immerhin stehen schon die Abrechnungen für 2010 an.




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