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78-jähriger Pilot vermisst

Über 200 Einsatzkräfte suchen Absturzopfer

HESSISCH OLDENDORF / HAMELN. Ein Großaufgebot an Rettungskräften hat am Freitagabend im weiten Gebiet des Süntels nach einem vermissten Kleinflugzeug gesucht. An Bord soll sich ein Pilot befunden haben, keine weiteren Passagiere. Es wurde befürchtet, dass das Flugzeug abgestürzt ist.

veröffentlicht am 08.12.2017 um 22:40 Uhr
aktualisiert am 09.12.2017 um 18:49 Uhr

Polizeibeamte besprechen an der Sammelstelle in Hessisch Oldendorf, wo mit der Suche nach dem vermissten Flugzeug begonnen werden soll. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Bereits am Nachmittag soll die Verbindung zu einem Tower in Braunschweig plötzlich abgebrochen sein, heißt es von der Polizei.

Den letzten Kontakt zwischen dem 78 Jahre alten Piloten und der Bodenstation habe es gegen 15.13 Uhr gegeben, berichteten Einsatzkräfte. Der 78-Jährige soll am Nachmittag in Osnabrück-Atterheide gestartet sein, teilte die Polizei mit. Zielflughafen soll Braunschweig gewesen sein. „Uns ist bislang die Kennung bekannt, über den Typ des Flugzeugs kann ich derzeit noch nichts sagen“, sagte Polizeisprecher Jens Petersen.

Gegen 16.30 Uhr piepten bei Feuerwehrleuten die Funkmeldeempfänger. Disponenten der Kooperativen Regionalen Leitstelle hatten die Freiwilligen zur Suche alarmiert. Erster Anlaufpunkt der Helfer – allein die Feuerwehren stellten 200 Kräfte – war der Parkplatz an der Hessisch Oldendorfer Stadthalle.

Helfer an einer Landkarte an der Kreuzsteinquelle. Foto: fn
  • Helfer an einer Landkarte an der Kreuzsteinquelle. Foto: fn

Zudem wurde das Alarmstichwort „MANV“ – die Abkürzung für „Massenanfall von Verletzten“ – ausgelöst. Drei Notärzte machten sich ebenfalls auf den Weg nach Hessisch Oldendorf. Auch mehrere Rettungswagen, darunter zwei geländegängige Allradfahrzeuge, waren im Einsatz.

Nach Berechnungen der Fluggeschwindigkeit und der Position beim letzten Kontakt war zunächst anzunehmen, dass die mutmaßliche Absturzstelle zwischen Deckbergen und dem Hohenstein liegen konnte. In diesem Gebiet will ein Feuerwehrmann hellen Lichtschein und Rauch gesehen haben, als er zuvor von Rinteln nach Hessisch Oldendorf gefahren war. Die Suchtrupps konzentrierten sich auf diesen Bereich, fuhren Waldwege ab und leuchten das Gelände aus.

Wegen einer Wetterwarnung konnte zunächst kein Hubschrauber zum Einsatz kommen. Eisregen war vorhergesagt. Gegen 20 Uhr starteten dann zwei Helikopter, einer war mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Aus Nordrhein-Westfalen wurden am Abend auch Spezialisten der Polizei für eine Handy-Ortung alarmiert. „Das Team versucht, das Handy-Signal genauer zu orten“, sagte Polizeisprecher Jens Petersen, nachdem erste Peilungen auf einen mutmaßlichen Absturzort im Gebiet zwischen Pötzen, Süntelturm und Welliehausen hinwiesen.

In diesem Bereich wollte auch eine Zeugin Krach wahrgenommen haben. „Eine Ohrenzeugin will laute Knalle im Bereich von Pötzen gehört haben“, sagte Feuerwehreinsatzleiter Kay Leinemann. Bis zum Redaktionsschluss wurde die Maschine nicht gefunden. Die Rettungskräfte setzten die Suche in der Nacht fort.

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