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29-Jähriger zockt Seniorin ab - Bewährungsstrafe

"Üble, feige Masche"

Rinteln/Bückeburg (maf). Ein 29-jähriger Betrüger, der mit einer miesen Masche 1100 Euro von einer Seniorin ergaunert hat, muss nicht ins Gefängnis. Vom Amtsgericht Rinteln war er in erster Instanz zu sechs Monaten Haft verurteilt worden, jetzt setzte das Landgericht Bückeburg die Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Unter Einbeziehung eines Strafbefehls des Burgdorfer Amtsgerichtes (ein Betrug mit derselben Vorgehensweise) erkannte die Berufungskammer unter Vorsitz von Richter Friedrich von Oertzen nun auf acht Monate mit Bewährung.

veröffentlicht am 04.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Am 7. September 2004 tauchte der gelernte Kaufmann in der Mittagszeit an der Haustür der 92-jährigen Rintelnerin auf und meinte, ihr Dach müsse dringend saniert werden. Mit einem Begleiter ging der in Wallenhorst lebende Angeklagte in das Haus und schaute sich auf dem Boden um. Er bot der alten Dame schließlich eine Reinigung und Beschichtung des Daches an, verlangte aber einen Vorschuss in bar. Dieüberrumpelte Seniorin ließ sich darauf ein, fuhr mit dem Mann zur Bank und hob 1100 Euro von ihrem Konto ab. Mit dem "Firmenwagen" und den vermeintlichen Handwerkern fuhr das Opfer dann wieder nach Hause und gab dem Betrüger den Anzahlungsbetrag. Als mehrere Nachbarn hinzukamen, verschwanden die"Dachdecker", ohne irgendwelche Arbeiten ausgeführt zu haben, die im Übrigen auch gar nicht notwendig gewesen wären. Die aufgeregte Frau benachrichtigte sofort ihren Enkel in Hannover und erstattete noch am selben Tag Strafanzeige. "Diesmal war ich es wirklich nicht. Ich habe kein Geld bekommen", beteuerte der mehrfach vorbestrafte Angeklagte in seinem Schlusswort. Dagegen monierte der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer: "Es ist eineüble, feige und hinterhältige Masche." Während der Anklagevertreter acht Monate Haft forderte, erkannte das Gericht auf eine Bewährungsstrafe. Ausschlaggebend dafür waren mehrere Gründe: So glaubt die Kammer dem Betrüger, dass er inzwischen eine feste Arbeitsstelle im Trockenbau hat. Außerdem war der seit 1997 strafrechtlich in Erscheinung getretene Mann bislang immer nur zu Geldstrafen verurteilt worden.




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