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Max Holz hat sich auf extrem lange Radstrecken spezialisiert: 24 Stunden auf den Nürburgring

Ab 500 Kilometern fängt der Spaß erst an

Bückeburg (kk). Max Holz ist ein Randonneur. „Ein was…?“, werden sich jetzt auch Zeitgenossen mit einer überdurchschnittlichen Allgemeinbildung fragen. Darum bringt es der Bückeburger mit einem Lächeln etwas anders auf den Punkt: „Ich bin Radfahrer der etwas extremeren Sorten.“ Was so viel heißt, dass er und seine Sportkollegen eigentlich erst da anfangen, wo gewöhnliche Radtourenfahrer es sich schon längst beim Weizenbier oder Alster gemütlich gemacht haben: Für Randonneure fängt der Spaß erst bei Streckenlängen von über zwei- bis dreihundert Kilometern Länge an. Ziel ist es, extrem lange Strecken mit durchaus sportlichem Tempo bei kurzen Pausen – und darüber hinaus auch noch möglichst autark – zurückzulegen.

veröffentlicht am 17.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 09:21 Uhr

Da die Traditionsfahrt Paris–Brest–Paris 1891 erstmals als „randonnée à vélo“ (also als „Radwanderung“) ausgeschrieben wurde, bezeichnen sich die Langstreckenfahrer auch in Deutschland noch ein wenig augenzwinkernd als Randonneure. Den Klassiker hat übrigens auch Holz schon bewältigt.

„Bestzeiten sind Nebensache,“ erzählt er von seinem Sport. Vielmehr seien gute Kräfteeinteilung und Kondition gefragt. Die hat der heimische Extremradsportler zweifelsohne, legt er doch seit Jahren (fast) alle Strecken auf dem Rad zurück. Vor zehn Jahren hat er sein Auto abgeschafft, setzte zunächst im Urlaub ganz aufs Fahrrad. Dann hatte er erstmals Kontakt zu Randonneuren, fand Spaß an der Sache. Da mutet es schon fast als Kleinigkeit an, dass er natürlich auch täglich den Weg zur Arbeit nach Minden auf dem Fahrrad zurücklegt. „Auch schon mal mit einem ‚kleinen‘ Umweg durchs Kalletal,“ verrät Holz schmunzelnd – natürlich zu Trainingszwecken.

Das beste Training sind aber die großen Touren selbst. Eine hat ihn zum Beispiel vor einigen Wochen von Großenwieden nach Siegburg und wieder zurück geführt. 41 Stunden war er unterwegs – einschließlich Pausen. Das macht gut 15 Kilometer in der Stunde. Solche Fahrten werden oft von engagierten Langstreckenfahrern selbst ausgearbeitet und im Internet ausgeschrieben. Da sich das Feld meist schnell auseinanderzieht und natürlich auch kein Servicetross dabei ist, müssen unterwegs zum Beispiel an Tankstellen Stempel zur „Beweissicherung“ gesammelt werden.

Doch wieso tut sich jemand so etwas an?, fragt sich natürlich jeder, für den die gemütliche Nachmittagsradtour von 30 Kilometern schon eine sportliche Herausforderung ist. Max Holz ist da ganz ehrlich: Er möchte sich (und vielleicht auch anderen) zeigen, was er es „drauf“ hat. Oft hat er am Anfang gar keine Lust, dann muss er den inneren Schweinehund überwinden – doch dann ist die vermeintliche Quälerei keine Quälerei mehr, sondern verschafft Zufriedenheit und Befriedigung.

Als nächste Herausforderung hat sich Holz am 21. und 22. August eine 24-Stunden-Fahrt auf dem Nürburgring vorgenommen. Seine Augen leuchten, wenn er die Strecke erklärt: Jede Runde ist 22 Kilometer lang, mit Steigungen von 500 Metern. Und es gilt, in 24 Stunden möglichst viele Kilometer zurückzulegen.

Gerne würde Max Holz diese Tour mit dem Engagement für eine gute Sache verbinden. Er sucht deshalb Sponsoren, die bereit wären, zum Beispiel einen Euro pro geschafften Kilometer zu spendieren. Das erstrampelte Geld soll dann als Spende an ein gemeinnütziges Hilfsprojekt fließen, das noch festgelegt werden müsste.

Die ganz langen Strecken sind seine Stärke: Randonneur Max Holz.

Foto: kk




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