weather-image
Umweltausschuss billigt erstmals Grundgebühr / Erhöhung wegen Fixkosten / Preise für Sekundärrohstoffe eingebrochen

Abfallgebühren im Landkreis steigen um fast 18 Prozent

Landkreis (jpw). Zum 1. Januar 2010 werden im Landkreis Schaumburg die Abfallgebühren steigen, durchschnittlich um 17,8 Prozent pro Person. Der Umweltausschuss des Kreistags hat nach 14 Jahren der Preisstabilität unter anderem der Einführung einer Grundgebühr zugestimmt, um zumindest einen Teil der „Fix- und Vorhaltekosten“ zu decken.

veröffentlicht am 29.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 19:42 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Erstmals werden die Bürger in Schaumburg mit einer Grundgebühr für die Abfallentsorgung zur Kasse gebeten. Wenn, was zu erwarten ist, der Kreistag die jetzt vorgelegte Gebührenkalkulation für die Jahre 2010 bis 2013 billigt, wird künftig pro Grundstück bis zu drei angefangene Wohneinheiten monatlich eine Grundgebühr von 2,50 Euro fällig. Während die Gebühr für die Restmülltone unverändert bleibt, steigen die Abgaben für die Bioabfallbehälter.

Die Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS), Peter Kühn und Bernd Insinger, begründeten die erste Gebührenerhöhung seit 14 Jahren mit den ständig steigenden Kosten bei den „Fix- und Vorhaltesystemen“.

Aufgrund des gesetzlich vorgeschriebenen Deponierungsverbots für unbehandelte Abfälle seit 2005 musste die AWS erheblich in die Verarbeitung der Abfälle investieren, konnte gleichzeitig aber Mehreinnahmen durch höhere Effizienz und gute Einnahmen aus der Vermarktung von Sekundärrohstoffen erzielen. Aufgrund der Wirtschaftskrise hat es nun aber starke Preiseinbrüche gegeben, die AWS rechnet allein für die Jahre 2010 bis 2012 mit Mindereinnahmen von drei Millionen Euro.

Geradezu „erschüttert“ zeigte sich Heinrich Oppenhausen (SPD) über den Kostendeckungsgrad von nur 14 Prozent bei der Sperrmüllentsorgung. Er meldete zunächst starke Bedenken gegen die Gebührenerhöhung an, hielt die Tatsache, dass die Restmüllmengen rückläufig seien, aber trotzdem die Gebühren erhöht werden müssten, für nur „sehr schwer vermittelbar“. Günther Maack (CDU) hielt mit Blick auf die neue Grundgebühr ein „System mit Steuerungsmechanismen für sinnvoll“, und auch Ewald Waltemathe (SPD) unterstrich, dass eben auch „das Bereitstellen einer Leistung Geld kostet“.

Die Veränderungen auf einen Blick: Für eine dreiköpfige Schaumburger Durchschnittsfamilie im Einfamilienhaus erhöhen sich nach Angaben der AWS zum 1. Januar 2010 die Abfallgebühren nach 14-jähriger Preisstabilität um 25 Prozent. Für diesen statistischen Durchschnittsfall sind statt 149 Euro im Jahr künftig 189 Euro fällig. Das entspricht einem monatlichen Plus von 3,30 Euro.

Die Veränderungen im Einzelnen:

Häusliche Gebühren: Neue Grundgebühr von 2,50 Euro/Monat pro Grundstück je drei angefangene Wohneinheiten.

Restmüllbehälter: Gebühr bleibt unverändert.

Bioabfallbehälter: 80 Liter statt bisher 3 Euro künftig 3,80 Euro/Monat. 120 Liter statt bisher 4,50 Euro künftig 5,70 Euro/Monat. 240 Liter statt bisher 9 Euro künftig 11,40 Euro/Monat.

Sperrmüllgebühren im Holsystem: je angefangene drei Kubikmeter statt bisher 25 Euro künftig 30 Euro.

Anliefergebühren: Asbestabfälle bis 0,1 Kubikmeter statt bisher 7,50 Euro künftig 10 Euro.

Sperrmüll: je angefangenen Kubikmeter statt bisher 6 Euro künftig 10 Euro.

Sonstige Restabfälle: Statt bisher 7,50 Euro künftig 10 Euro.

Pappe, Papier: Keine Gebühr mehr, sondern 2 Euro Entgelt.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare