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Frage: Was lärmt, blinkt und macht Musik? Antwort: Der „Disco Parader“ / Mobile Disco präsentiert

Abgefahren: Zwei Stunden Musik bis zum Boxenstopp

Nienstädt (gus). Gestern ist in Nienstädt die wohl erste fahrbare Discothek Deutschlands präsentiert worden. Die Firma Schulz Maschinenfabrik hat das erste Serienmodell des „Disco Paraders“ vom Band rollen lassen.

veröffentlicht am 15.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 07:22 Uhr

„Let me entertain you“, schallte es den Gästen bei der Präsentation an der Industriestraße 5 entgegen. „Lasst mich Euch unterhalten“, lautet die deutsche Übersetzung des Robbie Williams-Titels. Und das taten Sänger Gabor Fabian und Discjockey René Nocon auch. Statt eines trockene Referats über Entstehung, Technik und Leistung des „Disco Paraders“ führten die beiden Mitarbeiter der Agentur „Art&Acting“ die fahrende Musikbox in Aktion vor.

Die Präsentation geriet zur Party. René Nocon kam in „Saturday-Night-Fever“-Kostüm daher, Fabian als englischer Polizist, der mit Breakdance-Qualitäten punktete. Weil der „Parader“ über ein Rundum-Lautsprecher-System verfügt, konnten alle Umstehenden in gleicher Lautstärke zuhören.

Die Begeisterung angesichts dieses ungewöhnlichen Auftritts war allen anzumerken – ob Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, Kreiswirtschaftsförderer Stefan Tegeler oder Schulz-Juniorchefin Kathrin Reetz. Da fiel es „Art&Acting“-Chef Frank Nocon nicht schwer, mögliche Einsatzfelder des mobilen Disco überzeugend zu erläutern.

5 Bilder
Ganz oben: Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier ist gut aufgelegt und sucht die CDs aus, die der Discjockey als nächstes auflegen soll. Zweites Bild von oben: Der „Disco Parader“ hat Boxen auch am Heck. Zweites Bild von unten: Das Mischpult ist party-kompatibel. Unten: Frank Nocon ist die Freude über den gelungenen Wurf sichtlich anzumerken. Links: Mick Dwinter zeigt einen Teil der Stromversorgung.

Für Promotion-Zwecke sei der „Parader“ ideal. Sollten Firmen wie Coca Cola oder Red Bull das Gerät mieten, wäre es mit passenden Werbebannern, in eine fahrende Getränkedose zu verwandeln. Bei Veranstaltungen kann die mobile Beatbox zudem als Getränkeverkaufsstand fungieren.

Mick Dwinter von „Art&Acting“, der vor drei Jahren den Prototypen gebaut hat, fügte hinzu, dass bei Fußballspielen Interviews vom „Parader“ aus geführt werden können. Sänger Fabian hatte ganz eigene Vorstellungen: Einfach durch die Straßen fahren und Musik machen sollen diejenigen mit dem „Disco Parader“, die schon immer mal richtig auffallen wollten.

Am Mischpult regelte derweil René Nocon die Lautstärke je nach Bedarf – von wohnzimmer-tauglich bis zu party-kompatibel. Zwei Stunden lang hält die mobile Disko locker durch, wenn die Lautsprecherboxen nicht allzu laut dröhnen, erklärte Dwinter. Dann müsse der komplett elektrisch betriebene „Parader“ wieder an die Aufladestation. Boxenstopp also in doppelter Hinsicht.

Der kleinen Wunderkiste fehlt es an nichts, was es für eine ausgewachsene Party braucht: Spiegel-Kugeln, Diskonebel-Maschine und bunte Scheinwerfer verbreiten die passende Stimmung. In guter Schrittgeschwindigkeit rollt das Gefährt schallend voran. Ein Mikrofon für An- beziehungsweise Durchsagen gibt es logischerweise auch.

„Art&Acting“ will den „Disco Parader“ vermieten und verkaufen. Deshalb ist die serienmäßige Produktion an die Firma Schulz vergeben worden. Ein Einsatz des „Paraders“ kostet laut Dwinter zwischen 1200 und 1500 Euro. Wer sich die mobile Disko kaufen möchte, muss allerdings deutlich tiefer in die Tasche greifen: Zum Preis eines Kleinwagens sei die Erfindung, deren Entwicklung bis heute rund drei Jahre in Anspruch genommen hat, zu haben.

Schöttelndreier erinnerte daran, dass der „Disco Parader“ mit dem Innovationspreis des Landkreises prämiert wurde. Damit wollte die Jury nach Worten des Landrats bewusst herausstellen, dass es Innovation aus Schaumburg auch in der Unterhaltungsbranche gibt. Kleine und mittlere Unternehmen wie Schulz Maschinenbaufabrik und „Art&Acting“ tragen die lokale Wirtschaft, so Schöttelndreier.

Kathrin Reetz sagte, sie sei sofort Feuer und Flamme gewesen von der Aussicht, den „Diso Parader“ zu bauen. „Damit zeigen wir, was wir alles können“, meinte die Juniorchefin, die gemeinsam mit Jörg Rzepka für das Projekt verantwortlich war. Für „Art&Acting“ begleitete Dwinter die Produktion.

Derweil rollte, blinkte und lärmte der „Parader“ munter weiter durch ein staunendes Menschen-Spalier. Und obwohl das Gefährt eigentlich nicht viel mehr kann als der besagte Kleinwagen, hofften wohl alle Beteiligten nicht zu Unrecht, dass sich die mobile Disco zum Erfolgsmodell entwickelt.




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