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Krimidinner im Festsaal des Palais: 140 Gäste beim „Leichenschmaus“

Absinth – gut für die Verdauung und gegen den englischen Nieselregen

Bückeburg (mig). Rabenschwarzer Humor und ein Menü auf höchstem kulinarischen Niveau – das waren zum wiederholten Mal die Zutaten für ein Krimidinner im Festsaal des Palais. 140 Gäste erlebten beim „Leichenschmaus“ (einer Produktion von Galadinner und Engelservice) hautnah mit, wie das Millionen-Testament des verstorbenen Lord Asthonburry für Mord und Totschlag sorgt.

veröffentlicht am 20.01.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 04:21 Uhr

Auf das kulinarisch-kriminologische Vergnügen eingestimmt werden die Besucher schon an der Vordertür. Dort wartet Lady Asthonburry höchstpersönlich auf die „buckelige Familie“, etwas über ihr thront die Urne des verstorbenen Lord Asthonburry. „So nimmt er nicht so viel Platz weg“, scherzt Butler Bunter mit trockenem Humor und bittet die „Damen und Herren“ zur Testamentseröffnung in den Festsaal. Während nach und nach der Rest der Gästeschar eintrudelt, gibt es den grünen Modetrank Absinth, „gut für die Verdauung und gegen den englischen Nieselregen“, scherzt ein Gast und zündet den Alkohol vorsichtig an. Sir Ernest macht sich derweil bei den Neuankömmlingen unbeliebt: „Erbschleicher unerwünscht“, raunzt er den armen Gesellen zu und durchbohrt sie mit Blicken aus seinen dunkel umrandeten Augen.

Dann wird der erste Gang - Tiramisu von Steinpilzen auf einer Wiese von Wildkräutersalaten und buntem Gemüse - hereingetragen und an den Tischen setzt hektische Betriebsamkeit ein. Wird Tiramisu mit dem Löffel oder mit der Gabel gegessen? Und wohin gehört eigentlich die Serviette? Fragen, die wohl nur ein Freiherr von Knigge ganz sicher hätte beantworten können. Immerhin sorgen die Schauspieleinlagen für genug Zeit, sich geistig auf die Kürbiscremesuppe und das gebratene Medaillon vom Jungschweinefilet (zubereitet vom hervorragenden Cateringservice Schloss Wittringen) einzustellen. Gast Thomas Grüne: „Ich hatte mir ein Dinner schwieriger vorgestellt, mit mehreren Bestecken. Extra vorbereitet habe ich mich aber nicht. Außerdem: So schlimm war es dann gar nicht und es hat so gut geschmeckt, dass man auf solche Fragen nur wenig Zeit verschwendet hat.“

Als Dr. Tanner dann zur Testaments-Eröffnung schreitet, sind sämtliche Feinheiten ohnehin schnell vergessen. „Das ist mein vorletzter Wille“, schreibt Lord Asthonburry, „ich hoffe mein Tod war, wie ich ihn mir gewünscht habe, schnell und ohne Komplikationen“. War er das? Ganz sicher kann man sich da nicht sein.

Und nur zehn Minuten später kommt es zu einem zweiten Todesfall: Sir Ernest wird mit einem vergifteten Glas Chateau Bouillabaisse ermordet. Bevor Panik ausbrechen kann, wird der Kolonist schnell von vier Gästen nach draußen verfrachtet, was Butler Bunter so erklärt: „Ein Leichnam von Menschen oder Tieren, stört erheblich beim feinen Dinieren. Auch wenn er nur leicht oder überhaupt noch nicht riecht, die Gäste wird’s stets irritieren.“ Wer der Mörder ist? Und an wen letztlich das Erbe gegangen ist? Finden Sie’s selber heraus – bei einer der nächsten Aufführungen im Palais. Am 18. und 19. März im Palais, zu buchen unter www.krimidinner.de.




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