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Kinokritik: Denzel Washington spielt in „Unstoppable“ einen Lokführer, wie man ihn sich nur wünschen kann

Action total: Güterzug rast Katastrophe entgegen

Auch Züge können zu stählernen Bösewichtern werden, die unzählige Menschenleben in Gefahr bringen. Das zeigt der schon lange in Hollywood arbeitende Brite Tony Scott in seinem Film „Unstoppable – Außer Kontrolle“. Scott erzählt die Geschichte eines Güterzuges, der nach menschlicher Schlamperei führerlos einer Katastrophe entgegenrast.

veröffentlicht am 13.11.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:45 Uhr

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Zwei in jeder Hinsicht ungleiche Männer sind die Einzigen, die das drohende Unglück noch verhindern könnten: der altgediente Zugführer Frank Barnes und dessen neu zugeteilter junger Kollege Will Colson, der gerade seine Ausbildung absolviert hat und darüber hinaus auch noch in privaten Nöten steckt.

Beide sind ausgerechnet auf der Bahnstrecke unterwegs, auf der auch der außer Kontrolle geratene Güterzug 777 mit acht Waggons hochgiftiger Chemikalien allen Versuchen zur Richtungsänderung zum Trotz seinen verhängnisvollen Weg nimmt. Es ist Barnes, der in dieser Situation höchster Gefahr einen einsamen Entschluss fasst, der sein eigenes Leben und auch das von Colson kosten, genauso aber die Rettung bringen kann.

Tony Scott gehört zu den Meistern und zugleich zu den Routiniers des Actionkinos, das beweist er mit „Unstoppable“ erneut. Der Film ist rasant inszeniert und kann mit Oscar-Preisträger Denzel Washington in der Rolle des Frank Barnes ein schauspielerisches Schwergewicht bieten – am Samstag saß Washington dagegen noch eher schweigsam bei Thomas Gottschalk auf der „Wetten, dass ...?“-Couch herum, um seinen Film zu bewerben.

Regisseur Scott und Hollywoodstar Washington haben mehrfach miteinander gearbeitet, wobei der Regisseur seinen sympathischen Hauptdarsteller stets geschickt einzusetzen weiß, um die zwangsläufig überkonstruiert wirkenden Gefahrensituationen vergessen zu machen – und auch mit Vollglatze ist Washington ein sehr attraktiver Mann.

Der 30-jährige Kalifornier Chris Pine als Will Colson verkörpert die jüngere Generation Hollywoods. Pine behauptet sich ordentlich an der Seite seines berühmten Mitspielers. Eine weitere tragende Rolle in dem Drama um den entfesselten Güterzug hat Rosario Dawson als Rangiermeisterin Conni Hooper inne. Sie spielt eine mutige und tatkräftige Frau, die mit den Folgen der unfassbaren Schlamperei eines Mitarbeiters zu kämpfen hat. Wie der ein Jahr jüngere Pine könnte auch Dawson auf dem Weg zu einer Kinokarriere in Hollywood sein.

Scott und sein Team haben sich kundig gemacht, wie die Arbeit auf Bahnhöfen, Leitzentralen und in gewaltigen elektrischen Lokomotiven aussieht. Für den Film waren acht Lokomotiven und 60 verschiedene Waggons im Einsatz, der Aufwand also beträchtlich. Auch die Schauplätze des Geschehens sind eindrucksvoll, weil mit Drehorten in Ohio und Pennsylvania ein Amerika ins Bild gebracht wird, in dem sich schöne Herbstlandschaften im harten Kontrast zu heruntergekommenen Industriegebieten einer vergangenen, besseren Epoche befinden.

„Unstoppable – Außer Kontrolle“ ist solide gemachtes Unterhaltungskino und in den Kinos in Stadthagen, Bückeburg und Rinteln zu sehen.




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