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Nach 38 Jahren endgültiger Abschied von der Politik / "Architekt der Ehrenamtlichkeit"

Adolf Bartels wird Ehrenbürgermeister

Obernkirchen/Krainhagen (sig). Kein Zweifel: Die letzte Sitzung des Stadtrates im zu Ende gehenden Jahr hat mehr als nur einen historischen Anstrich gehabt. In den "Bürgerstuben" in Krainhagen saßen zwei ehemalige Bürgermeister der Bergstadt, dazu das amtierende Stadtoberhaupt und der erste frisch gewählte hauptamtliche Bürgermeister.

veröffentlicht am 22.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

Adolf Bartels wurde nach 38-jähriger Tätigkeit als Kommunalpolitiker zum Ehrenbürgermeister ernannt. Die langjährige Sprecherin der früheren Gruppe "Mitte", Beate Krantz, konnte auf den Tag genau auf 30 Jahre kommunalpolitischer Arbeit zurückblicken. Und für Stadtdirektor Wilhelm Mevert war es die letzte Ratssitzung seiner Amtszeit. Mehr ging eigentlich nicht. Doch: Es gab mit Ulrich Irzik noch einen neuen Ehrenratsherren und die Verabschiedung von einigen Frauen und Männern, die dem neuen Rat nicht mehr angehören. Es war der vorausgehenden Sitzung anzumerken, dass da einige Augenblicke der Rückbesinnung bevorstanden. Natürlich wurden alle Punkte der Tagesordnung wie vorgesehen abgewickelt, aber das geschah schneller als erwartet. Deshalb musste danach eine einstündige Pause eingelegt werden, bis die spät bestellten Ehrengäste eintrafen. Und Ehrengäste waren an diesem Abend alle, die für immer, oder zumindest in der laufenden Wahlperiode, nicht mehr an den Ratstischen sitzen werden. Natürlich auch diejenigen, die bereits in der Vergangenheit zu Ehrenratsherren ernannt worden sind. Im Mittelpunkt stand aber eindeutig Adolf Bartels, der nun nach 38 Jahren großen Engagements für seine Heimatstadt mit der Kommunalpolitik Schluss macht. Einstimmig hatten alle Mitglieder des Rates dafür gestimmt, ihn zum Ehrenbürgermeister zu ernennen, obwohl es mit dem 85-jährigen Walter Warnecke bereits einen solchen "Amtsinhaber" gibt. Dieser gehörte zu den ersten Gratulanten. AlleÄmter die Adolf Bartels besetzt hatte, könnten eine komplette DIN-A4-Seite füllen. Er gehörte nahezu allen Ausschüssen der Stadt an, dazu dem Verwaltungsrat der Sparkasse, der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke und dem Verbandsausschuss des Abwasserverbandes Auetal. Besondere Zeichen hater in den 17 Jahren, in denen er Bürgermeister der Bergstadt war, gesetzt. In dieser Zeit habe sich in Obernkirchen viel ehrenamtliches Engagement entwickelt, erklärte der amtierende Bürgermeister Horst Sassenberg und erinnerte dabei vor allem an das Sonnenbrinkbad, an die Stadtbücherei und an das Berg- und Stadtmuseum. Da habe sich die Aussage vom früheren Bundespräsidenten Theodor Heuß bewahrheitet, dass die Demokratie vom Ehrenamt lebe. Umfangreiche Projekte der Stadtsanierung gehörten zu dieser Phase, in der Adolf Bartels an der Spitze des Rates stand. Horst Sassenberg nannte die Umsiedlung der Maschinenfabrik Bornemann nach Gelldorf, viele Straßenbaumaßnahmen sowie den Bau des Kindergartens am Kleistring. Stark engagiert habe sich Bartels auch bei der Partnerschaft mitLa Flèche. Noch heute übernehme er Verantwortung als Vorstandsmitglied beim "Internationalen Bildhauersymposion" und beim Obernkirchener Sportverein SVO. Der neue Ehrenbürgermeister habe viel Achtung, Anerkennung und Zuneigung in der Bürgerschaft und darüber hinaus gefunden und sich stets um einen vernünftigen Dialog und Ausgleich über die Parteigrenzen hinweg bemüht, lautete das Resümee seines Amtsnachfolgers. Bartels erinnerte an so manche Beschwernisse jener Zeit, als er Mitverantwortung für das Wohl und Weh der Bergstadt übernehmen musste. Der Start sei ihm nicht leicht gemacht worden. Dazu zitierte er Stellen eines Briefes, mit dem ein früherer Unternehmer seine Kandidatur verhindern wollte. Sehr schwierig sei auch die Vorbereitung und Einführung der Gebietsreform gewesen. Kämpfe habe es um den Golfplatz gegeben. Als Glücksgriffe sah er den heutigen Standort der Ortswehr an, der früher ein Bauernhof war, und die Rettung der "Roten Schule" als kirchliches Gemeindezentrum.




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