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Fünftägiges Programm mit Vorträgen, Ausstellung und Gottesdienst in Lauenau / Spenden erwünscht

Aktionswoche für Stolpersteine

Lauenau. Die Verlegung der fünf Gedenksteine für jüdische Holocaustopfer in Lauenau wird gleich mit einer ganzen Aktionswoche umrahmt. Von Montag, 26. Januar, bis Freitag, 30. Januar, sind mehrere Veranstaltungen geplant, unter anderem mit dem Initiator des Stolperstein-Projekts, Gunter Demnig.

veröffentlicht am 09.01.2015 um 18:37 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:42 Uhr

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Der Arbeitskreis um Thomas Berger hat mittlerweile eine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte jüdischen Lebens in Lauenau zusammengestellt. Juden waren demnach bis ins 20. Jahrhundert hinein fest in das Ortsleben integriert. Es gab beispielsweise mehrere Schlachter und Viehhändler jüdischen Glaubens. Auch direkt im Zentrum wohnten Juden.

Als Beispiel nennt Berger drei nebeneinanderliegende Gebäude: Das heutige Restaurant „Akropolis“, das jetzige Haus des Trödelhändlers und das heutige „Düvel-Haus“ – in allen dreien lebten Juden, das „Akropolis“ war zeitweise sogar deren Synagoge. Solche und weitere Details können die Besucher der Ausstellung „Jüdisches Leben in Lauenau“ erfahren, die am Montag, 26. Januar, um 10 Uhr in der Sparkassenfiliale eröffnet wird.

Die Ausstellung ist parallel dazu im St.-Lukas-Gemeindehaus zu sehen – an beiden Stellen befinden sich identische Schautafeln. Ebenfalls am Montag hält Berger ab 19 Uhr im St.-Lukas-Gemeindehaus einen Vortrag mit dem Titel „Das Dritte Reich gestern – Rechtsextremismus heute“. Der Referent geht dann der Frage nach, ob die Erinnerung an Verbrechen während der NS-Herrschaft etwas für Menschen von gestern ist oder ob sie heute noch notwendig ist.

Am Dienstag, 27. Januar, beginnt um 19.30 Uhr ein Gedenkgottesdienst anlässlich des 70. Jahrestags der Auschwitzbefreiung. Es spricht Pastor Dieter Meimbresse. Der Männergesangverein Lauenau/Messenkamp begleitet den Gottesdienst mit Gesang.

Am Mittwoch, 28. Januar, hält dann Demnig seinen Vortrag „Stolpersteine: Spuren und Wege“. Darin erläutert er den Sinn und die Entwicklung des Projekts, das er europaweit stetig vorantreibt. Der Vortrag dauert eine Stunde, anschließend ist eine Diskussion erwünscht.

Die Stolpersteine verlegt Demnig am Donnerstag, 29. Januar, ab 9.30 Uhr. Zuerst platziert der Künstler die Gedenksteine für Hertha und Rudolf Freudenthal an der Langen Straße 13, anschließend kommen die Steine für Alfred und Martha Hammerschlag sowie Ida Cahen (geborene Hammerschlag) an ihren Bestimmungsort an der Marktstraße 12.

Am Freitag, 30. Januar, endet die Ausstellung in der Sparkasse mit Geschäftsschluss. Auch die Ausstellung im Gemeindehaus ist bis zu diesem Tag befristet. Bei entsprechendem Interesse wird verlängert, so Berger.

Der Arbeitskreis bittet um Spenden zur Finanzierung der Aktionswoche. Das Spenden-Konto bei der Sparkasse Schaumburg lautet: IBAN DE07 2555 1480 0313 4327 75. Verwendungszweck: Stolpersteine Lauenau.gus




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