weather-image
18°
×

Orgel in der katholischen Kirche muss saniert werden / Spendenkonto eingerichtet

Alle 1168 Pfeifen müssen überholt werden

Obernkirchen (sig). Die katholische Kirche St. Josef benötigt nicht nur eine Reihe neuer Fenster, sondern auch die Orgel bedarf dringend der Sanierung. Viele bewegliche Teile unterliegen dem Verschleiß. Dazu kommt die notwendige Reinigung. Die Gesamtkosten werden auf rund 30 000 Euro geschätzt.

veröffentlicht am 23.07.2008 um 00:00 Uhr

Setzt man diesen Betrag auf die 1168 Pfeifen um, dann bedeutet das 25,68 Euro pro Stück. Die Kirchengemeinde hofft hier auf die Unterstützung von Gläubigen und Förderern. In einem Flyer stellt sie den Lesern die Frage: "Wie viele Pfeifen wollen Sie erklingen lassen?" Auch wenn das Bistum Hildesheim einen namhaften Betrag beisteuert, bleibt zusammen mit der Restaurierung der sieben erhaltenswerten neoromanischen Chorfenster ein aufzubringender Eigenanteil in Höhe von 50 000 Euroübrig. Zwischen der Schutzverglasung und den zum Teil mit herrlichen Motiven versehenen Fenstern hat sich leider ein schädliches Mikroklima entwickelt, das die eingebrannte Farbe Schritt für Schritt mehr angreift. Dagegen ist im Anschluss an die Restaurierung eine zusätzliche Schutzverglasung erforderlich. Außerdem soll das Mauerwerk im Inneren des Gotteshauses einen neuen Anstrich erhalten. Es wird sehr schwer, um nicht zu sagen - unwahrscheinlich, dass diese Vorhaben oder zumindest ein Teil davon noch in diesem Jahr zu realisieren sind. Aber der scheidende Pfarrer Mauerhof hofft angesichts des hundertjährigen Bestehens auf eine spendenfreudige Gemeinde. Hier noch einmal das Spendenkonto: Sparkasse Schaumburg 361007883, die Bankleitzahl lautet 25551480. Wenn die Orgel saniert werden kann, freut sich darüber besonders Franz Hunstiger. 2009 sind es 70 Jahre her, dass er als Zehnjähriger zum ersten Male den Gottesdienst der St. Josef-Kirche als wohl jüngster Organist weit und breit begleitete. Man wusste, dass er Klavierspielen konnte. Und als 1939 der Vorgänger eingezogen wurde, sollte Franz Hunstiger diese Lücke schließen. In den Sommerferien des Jahres 1939 konnte der musikalische Knabe in Steinheim, dem Heimatort seines Vaters, jeden Tag beim dortigen Organistenüben. Zwar erhielt er noch 1944 einen Musterungsbescheid, aber die amerikanische Armee war schneller. Die alte Orgel, die 1924 von der Firma Steinmann aus Vlotho eingebaut worden war, gab ihren Geist auf und wurde 1972 ersetzt. Dieses neue Instrument entstand bei dem Orgelbauer Emanuel Kemper in Lübeck und besitzt eine mechanische Spieltraktur, bei der Züge aus Metall die Luftführung zu den Pfeifen regeln. Zwischen 1974 und 1976 ließ sich Franz Hunstiger dann noch zum Kantor und Organisten ausbilden. Den praktischen Teil übernahm der Mindener Domorganist Willi Leeren; das theoretische Wissen wurde in Bielefeld vermittelt. Der heute 79-jährige Hunstiger: "Die Orgel wurde zum Mittelpunkt meines musikalischen Lebens; in dieses Gerät habe ich mich verliebt."




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige