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Wohnen statt Gewerbe an der Windmühlenstraße – Bauausschuss für Aufnahme in Städtebauförderung

„Alle Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben“

Bückeburg (rc). Auch mit dem rund 7,3 Hektar großen Gebiet rund um die Windmühlenstraße will die Stadt an die Futtertröge von Bund und Land. Einstimmig beschloss der Bau- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am Donnerstagabend den Beginn der vorbereitenden Untersuchungen, damit die Stadt in das Sanierungsprogramm „Stadtumbau West“ aufgenommen werden kann.

veröffentlicht am 08.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 21:41 Uhr

Wie berichtet, plant die Stadt die Entzerrung von Gewerbe und Wohnen, die sich in diesem Bereich gegenseitig in der Entwicklung behindern. Falls alles läuft wie geplant, die Aufnahme in das Programm gelingt und alle Beteiligten mitmachen, wie es sich Politik und Verwaltung vorstellen, könnte am Ende die Umsiedlung von 15 Firmen und die Ausweisung eines innenstadtnahen, attraktiven Wohngebietes mit 60 bis 100 Wohneinheiten stehen.

Die Marschroute gab Baubereichsleiter Karlheinz Soppe im Ausschuss vor, als er das Leitbild formulierte: „Alle Arbeitsplätze müssen erhalten bleiben.“ Damit das alles gelingt, will die Stadt nach vorläufigen Kalkulationen rund 5,4 Millionen Euro ausgeben: finanziert zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt, verteilt auf zehn Jahre. Die jährliche Belastung für das Stadtsäckel, abzüglich erhoffter Einnahmen von 1,5 Millionen Euro: 128 000 Euro.

Während sicher ist, dass das E-Center nach dem Umzug komplett abgerissen wird und Wohnbebauung weicht, hat die Stadt bereits mit anderen Firmen erste Gespräche geführt. Die Neschen AG will laut Soppe in vier bis fünf Jahren den Standort dort aufgeben und komplett in die Kreuzbreite verlegen. Auch SL-Elektronik und der Maschinenbauer MKB seien grundsätzlich nicht abgeneigt, Penny denke bereits über einen Standortwechsel nach. Noch keine Gespräche seien mit den Eigentümern/Pächtern des Handwerkerhofes, der Spedition und einer Autowerkstatt geführt worden. Es gebe grundsätzliche Bereitschaft zur Verlagerung, aber: „Alles hängt vom Geld ab.“

Bei dieser Frage entdeckte der Ausschuss erste Fallstricke. SPD-Ratsherr Wolfhard Müller: Nicht nur die Eigentümer der Flächen dürften in den Genuss der Zuschüsse kommen, sondern auch die Pächter. Und CDU-Ratsfrau Ulrike Eggers wies darauf hin, dass sich sicherlich nicht alle Firmen eine Umsiedlung leisten könnten. Die dafür avisierten 1,8 Millionen Euro erschienen ihr viel zu gering: „Was machen wir, wenn einer nicht will?“

Sicherlich ein langwieriger Prozess, räumte der sanierungserfahrene Baubereichsleiter ein: „Wir werden viel Überzeugungsarbeit leisten und uns durchbeißen müssen.“ Sollte tatsächlich einer der Eigentümer nicht mitspielen, hat die Stadt bereits Planungsalternativen in der Hinterhand. Denkbar wäre, an der viel befahrenen Wilhelm-Raabe-Straße weiter Handel und Handwerk zuzulassen, und erst daran Wohnbebauung anzuschließen, oder aber nur die Edeka-Seite für Wohnbebauung zu nutzen.




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