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Bachs Weihnachtsoratorium in der Stadtkirche aufgeführt

Alle Jahre wieder: Mit Jauchzen und Frohlocken durch den Advent

Bückeburg. Alle Jahre wieder - Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium. Für manchen wäre die Adventszeit ohne Bachs prächtiges Kantatensextett genauso trostlos wie für andere ohne Lichterglanz und Lebkuchen. Kurz vor dem Fest konkurrieren verschiedene Produktionen um die Gunst und Freude des Jauchzens und Frohlockens.

veröffentlicht am 12.12.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:15 Uhr

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Eine gute Wahl haben diejenigen getroffen, die am zweiten Advent in die Stadtkirche gegangen waren, um die Teile eins bis drei zu hören. Die differenzierte Leistung der Kantorei und Jugendkantorei unter kompetenter Leitung von Kantor Siebelt Meier sorgte für Festtagsfreude. Da wurde jede Textzeile genau angesungen und ebenso akkurat abgesprochen, zudem changierte das Klangbild harmonisch mit den verschiedenen Gemütszuständen zwischen Jauchzen, Danken, Jubeln und stiller Andacht. Trotz der mannigfachen Emotionalbereiche geriet der Enthusiasmus nicht außer Kontrolle, denn alle ordneten sich dem Sinn der Musik unter. Der Damenüberschuss machte sich übrigens nicht schlecht: Er schuf eine gewisse Helle und Klarheit, von der hauptsächlich die verflochtenen Eingangschöre profitierten. Beachtlich, wie engagiert Dirigent und Vokalisten die Höhepunkte vom "Jauchzet, frohlocket!" bis zum "Herrscher des Himmels" zu gestalten wussten. Vom Geist dieser Aufführung ließ sich das Barockorchester "L'Arco" aus Hannover einnehmen. Oder etwa gefangennehmen? Wer die Kühnheiten mancher historisch orientierten Klangkörper schätzt, hätte sich hier und da zu den zügigen Tempi vielleicht ein paar schärfere Akzente gewünscht. Bewundernswert aber zweifellos die vorbildliche Balance, aus der weder Pauken noch Trompeten ausbrachen, sowie mannigfache Solistenparts. Stellvertretend sei die anmutige Geigenumrahmung der Alt-Arie "Schließe, mein Herze" erwähnt. Und da wir schon beim Preisen sind: Auch die in Bückeburg geborenen Nachwuchs-Künstler Helen Rohrbach (warm timbrierter, klangvoller Sopran) und Daniel Eggert (plastisch formender Bass) sowie deren Hamburger Kollege Simon Bode (ebenso feinsinniger Tenor wie gespürvoller Evangelist) und Saraha Ferede (strahlkräftiger Alt) bescherten der Einstudierung hübsche Momente. Der lang andauernde, verdiente Beifall galt dem ganzen Team.




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