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15 Jahre Sinfonieorchester der Schaumburger Landschaft / Wohlklingende Jubiläumsfeier im Rathaussaal zelebriert

Alle Stimmungsgehalte werden eindringlich hörbar

Bückeburg. " Die Grundlage von Musik ist die Liebe dazu", sagte kürzlich der Pianist Justus Frantz. Auf dieser Grundlage arbeitet auch das 50-köpfige Orchester der Schaumburger Landschaft, das am Sonntag im Rathaussaal mit einem anspruchsvollen Programm sein 15. Jubiläum gefeiert hat. Ins Leben gerufen wurde das Ensemble durch Katharina Rundfeldt, die es einige Jahre mit großem Einsatz lenkte.

veröffentlicht am 10.10.2008 um 00:00 Uhr

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Zehn Jahre steht Siegfried Westphal erfolgreich an der Spitze des Teams, dessen Streichern und Bläsern er an diesem Spätnachmittag viel abverlangte. Mit Ludwig van Beethovens Melodram, der Egmont-Ouvertüre, hob die große Formation wuchtig an. Der wendige Stabführer setzte auf Pathos und Ernst, denn düster drohende Streicher-Akkorde erfüllten den Raum. Danach aber begannen die Töne in schönem Legato zu fließen, und zur finalen Sieges-Version spornte Westphal die Seinen zu Jubel an, den die Zuhörer auch der Darbietung zollten. Die in Sao Paulo geborene Monica Mühleise interpretierte später den Solopart des Konzertes in C-Dur für Violoncello und Orchester von Joseph Haydn ohne die Geste der Virtuosität, die diesem Werk innewohnt, zu verleugnen - und in dem erfolgreichen Bemühen, ihre Begleiter mit anzuspornen. Bei aller Intensität forcierte der professionelle Gast nie über Gebühr, sondern wägte ab zwischen virtuoser Attacke und empfindsamer Tongebung. Gemeinsam übersprangen die Fachfrau und die sehr bemühten Laien alle Tücken der ansprechenden Partitur. Es hat seinen Grund, dass sich wenige Leiter von Nicht-Profi-Gemeinschaften an Haydns Schöpfungen wagen. Hier die Balance zwischen Spannung und Spaß, zwischen Klangentfaltung und Konstruktion zu halten, ist selbst für erfahrene Dirigenten einKunststück, obendrein ein Nervenstück für die Solisten. Hörspaß gab es nach der Pause zudem bei Schuberts mit 16 Jahren geschaffener Sinfonie Nr. 1 in D-Dur, die beschwingt bis forsch tönte, deren Adagio-Allegro vivace pointiert geriet und deren Finale das nötige Feuer besaß. Entsprechend warm war der Applaus, dem die Wiederholung von Schuberts hübschem Menuetto folgte. Als besonders positiv ist zum Schluss noch zu vermerken, dass Siegfried Westphal die Instrumentalisten bei allen drei Aufführungen so anregen konnte, dass die typischen Stimmungsgehalte der drei unterschiedlichen Kompositionen eindringlich hörbar wurden. In den kräftigen Beifall fiel auch Dr. Klaus-Henning Lemme mit ein, der als Vertreter der Schaumburger Landschaft auf ganz persönliche Art die Geschichte der emsigen Crew Revue passieren ließ und viele lobende Worte fand.




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