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Zum 40. Geburtstag werden Erweiterungsbau und Neugestaltung der Ausstellung offiziell präsentiert

Alle Turbulenzen sind endlich ausgestanden

Bückeburg. Die Stadt hat ihr neues Schmuckstück jetzt auch offiziell. Im Rahmen eines Festaktes zum 40-jährigen Bestehen des Hubschraubermuseums ist gestern Nachmittag der Erweiterungsbau und die neu konzipierte Dauerausstellung offiziell übergeben worden. „Was hier geschaffen wurde, kann sich mehr als sehen lassen“, würdigte der Präsident des Hubschrauberzentrums als der Trägerverein des Museums, der Eurocopter-Vorstand Dr. Ralf Barnscheidt: „Ein herausragender Beitrag für die Stadt und die Region, der hier in einer mehrjährigen Gemeinschaftsleistung entstanden ist.“ Er sei sicher, dass das Gesamtkonzept auch zukünftigen Ansprüchen genügen wird.“

veröffentlicht am 10.06.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 12:41 Uhr

40. Geburtstag, neues Gebäude und neues Konzept: Zahlreiche Ehrengäste sind gestern der Einladung ins Hubschraubermuseum gefolgt
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Mehr als zehn Jahre ist um Konzept, Pläne und vor allem die Finanzierung des insgesamt 2,6 Millionen Euro teuren Projektes gerungen worden. Mehr als einmal stand es kurz vor dem Scheitern, weil Geld fehlte, neue Planungshindernisse auftauchten oder Ausschreibungsergebnisse schlicht und einfach den Kostenrahmen gesprengt hätten. Finanziert wurden Neubau und Neukonzeption aus Spenden, Stiftungsgeldern, Spenden der Industrie und Zuschüssen der öffentlichen Hand. Die EU gab über eine Million Euro Fördergelder. Allein 22 Firmen aus der Luftfahrtindustrie zählte Dr. Barnscheidt auf, dazu fünf Stiftungen und mehrere Kommunen wie Landkreis und Stadt Bückeburg. Und dankte allen, die an der Realisierung mitgewirkt hatten.

Seinen besonderen Dank aber sprach er den ehrenamtlichen Helfern aus, die stundenlang bei Neubau, Umbau und Umgestaltung mitgewirkt haben. Und dem Trägervereins-Vorsitzenden Wolfgang Raschke: „Sie haben mit ihrem Optimismus und ihrem Durchhaltevermögen das Schiff auf Kurs gehalten.“

Oder wie es Landrat Jörg Farr formulierte: „Der Weg war nicht einfach, es gab so manche Turbulenzen.“ Das Museum sei ein Höhepunkt, der weit über die Region hinausragt, so Farr weiter. „Bückeburg und der Landkreis haben nach Schloss und Wilhelm-Busch-Dorf Wiedensahl ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.“

Wer einmal in einem Hubschrauber fliegen will, kann das künftig im Hubschraubermuseum tun: Dort ist brandneu ein Simulator aufge
  • Wer einmal in einem Hubschrauber fliegen will, kann das künftig im Hubschraubermuseum tun: Dort ist brandneu ein Simulator aufgestellt worden.
Optimistisch und mit Durchhaltevermögen: Der Vorsitzende des Trägervereins, Wolfgang Raschke, freut sich über den Dank, der ihm
  • Optimistisch und mit Durchhaltevermögen: Der Vorsitzende des Trägervereins, Wolfgang Raschke, freut sich über den Dank, der ihm und seinen Helfern ausgesprochen wird. Fotos: tol

Bürgermeister Reiner Brombach freute sich über „eine große Sache, die Wirklichkeit geworden ist.“ Und erinnerte an jahrelange Planungen, aber: „Was gut werden will, muss gut und lange diskutiert werden.“

Die Heeresfliegerwaffenschule sei untrennbar mit dem Museum verbunden, sagte der General der Heeresflieger und Kommandeur der Schule Reinhard Wolski. Und erneuerte die Partnerschaft mit dem Museum: „Wir stehen hinter diesem Museum.“ Noch in den vergangenen Tagen packten Soldaten bei der Umgestaltung mit an, ordneten die Lehrsammlung der Waffenschule neu oder wuchteten den Archetyp des Hubschraubers, die Bell UH-1D, ins Gemäuer. Zur Erinnerung: Vor 40 Jahren entstand das Museum aus der Lehrsammlung der Waffenschule. Insbesondere die Sammelleidenschaft des Hubschrauberpiloten Werner Noltemeyer war die Keimzelle des Museums.

Dieses „Beispiel ungezügelter Sammelleidenschaft“, so der Bürgermeister, war vor mehr als zehn Jahren auch der Grund für erste Gedanken zu Erweiterung und Umgestaltung. Denn das Museum hatte sich mehr und mehr zu einem Fachmuseum für immer weniger Interessierte entwickelt, deutlich abzulesen an sinkenden Besucherzahlen. „Ein reines Technikmuseum muss auf ganz spezielle Weise vermittelt werden“, machte Dr. Sabine Schormann von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung deutlich, warum sie – und andere Stiftungen – sich engagiert haben. Ansprüche änderten sich immer wieder, immer wieder habe sich auch ein Museum zu wandeln. Das Hubschraubermuseum habe die entsprechenden Schritte unternommen, zeige den Menschen hinter der Technik und in dem Hubschrauber: die Visionäre und Tüftler, die Rettungsflieger oder die Soldaten bei militärischen Einsätzen.

Dass bis zuletzt um das neue Konzept und die Umgestaltung heftig gerungen worden ist, machte Ruudi Beier von der Berliner Agentur „id3d“ deutlich, die den Masterplan entworfen und umgesetzt hat. „Es stand oft am Rand des Scheiterns, wir haben sehr viel diskutiert und trotz unterschiedlicher Auffassungen einen gemeinsamen Nenner gefunden und können ein gutes Ergebnis vorweisen. Die Voraussetzungen sind geschaffen.“

Der Wunsch aller Redner: dass die Besucher nur so strömen.




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