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Warum eine Predigt im Jugendgottesdienst kurz sein muss / Konfirmanden gestalten Programm

„Allerhöchstens zehn Minuten“

Bückeburg. Dass sich Kirchenbesucher einmal nach Leibeskräften über „viel zu lange Predigten“ beschweren, dürfte in normalen Gottesdiensten vergleichsweise unüblich sein. Nicht so jedoch beim Jugendgottesdienst in der Bückeburger Stadtkirche: Vier mal im Jahr wird ein solcher Gottesdienst von verschiedenen Kirchengemeinden innerhalb der Landeskirche Schaumburg-Lippe angeboten. Diesmal war die Reihe an den Konfirmanden der Stadtkirchengemeinde Bückeburg: „Glaube, was ist dran?“ –

veröffentlicht am 02.03.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:22 Uhr

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Unter diesem Motto hatten 54 Jugendliche, die in diesem Frühjahr konfirmiert werden, einen kompletten Gottesdienst (mit Ausnahme der Predigt) vorbereitet. Und dazu zählten nicht nur die gesamte Musik, die Einladung, die Begrüßung, die Moderation und die Gebete, sondern auch die Moderation, die Dekoration der Stadtkirche sowie die gesamte Technik.

Und als eben ganz besonders Jugendgottesdienst-typischer Bestandteil erlebte dieser Gottesdienst ein Interview mehrerer Konfirmanden, was Glaube eigentlich für sie bedeute und was ihnen denn bei der Vorbereitung auf diesen wichtigen Meilenstein in ihrem religiösen Leben besonders gut gefallen habe. Und da kamen bei allen Befragten erstaunlich ähnliche Ansichten zutage: Die Gemeinschaft während des Konfirmandenunterrichts habe ihnen gut gefallen, das Singen und die gemeinsamen Aktivitäten. Auf das Fest Konfirmation freuten sie sich vor allem, weil dieses innerhalb der Familie gefeiert werde. Und was gefiel ihnen dagegen nicht? Die Antwort fiel unisono gleich aus: „Die langen Predigten.“

Dem wollte sich auch Pastor Jan-Uwe Zapke nicht verschließen: „Allerhöchstens zehn Minuten“, versprach er gleich zu Beginn, um dann in seiner wirklich knapp gehaltenen Predigt der Frage nachzugehen, warum dem Thema Glaube in der Öffentlichkeit mit so viel Ängstlichkeit und Zurückhaltung begegnet werde: „Glaube ist doch etwas Tolles. Trotzdem gibt man eher zu, Bayern-München-Fan zu sein als Christ.“ Dabei sei Glaube nicht die Garantie, dass Gott alles richten und zum Guten wenden werde. „Aber es ist die Gewissheit, dass da einer ist, der mich begleitet, wenn es mir schlecht geht.“

Veronika Trieschmann interviewt Bückeburger Konfirmanden während des Gottesdienstes. Fotos: jp (2)

Bei der Musik brachten die Konfirmanden nicht nur bekannte, reguläre Kirchenlieder zu Gehör, sondern auch populäre Pop- und Folkmelodien wie Ralph McTells „Streets of London“ aus dem Jahr 1974 oder die Gospels „Deep down in my heart“ und „Heaven is a wonderful place“. Mit diesem Jugendgottesdienst hat die Stadtkirchengemeinde Bückeburg bewusst neue Wege beschritten. „Statt des klassischen Vorstellungsgottesdienstes, wie es ihn sonst vor einer Konfirmation gibt, ist dies ein Projekt, an dem sich alle Jugendlichen entsprechend ihrer Gaben einbringen“, so Pastor Jan-Uwe Zapke. Die Konfirmationen in der Stadtkirchengemeinde Bückeburg finden an den beiden Sonntagen nach Ostern statt.




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