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Malereibetrieb Harting baut neue Geschäftsbereiche weiter aus – auch hier es an fehlt Fachkräften

Alles hoch spezialisiert

BÜCKEBURG. Sie könnten ja ihr Produktportfolio erweitern oder ausbauen, sie könnten mehr Aufträge an Land holen, sie könnten eine zweite Linie Maschinentechnik für die Sanierung von Beton und Trafohäuschen für immerhin 250 000 Euro anschaffen. Nur das alles, was eigentlich ein Unternehmen auszeichnet, etwas zu unternehmen und zu investieren, lässt sich derzeit schwer umsetzen. Denn wie fast überall im Baugewerbe und Handwerk fehlen auch der Harting GmbH & Co Malereibetrieb KG die Fachkräfte.

veröffentlicht am 24.07.2018 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 24.07.2018 um 16:40 Uhr

Der Maschinenpark für die Betonsanierung, der samt Lkw, Anhänger und Stromaggregat mit rund 250 000 Euro zu Buche schlägt, wie Firmenchef Kai Harting (r.) dem CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann erklärte, der im Rahmen seiner Sommertour in die K
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Sie könnten ja ihr Produktportfolio erweitern oder ausbauen, sie könnten mehr Aufträge an Land holen, sie könnten eine zweite Linie Maschinentechnik für die Sanierung von Beton und Trafohäuschen für immerhin 250 000 Euro anschaffen. Nur das alles, was eigentlich ein Unternehmen auszeichnet, etwas zu unternehmen und zu investieren, lässt sich derzeit schwer umsetzen.

Denn wie fast überall im Baugewerbe und Handwerk fehlen auch der Harting GmbH & Co Malereibetrieb KG die Fachkräfte. „Wir suchen, finden aber kaum noch jemanden“, wie Firmenchef Kai Harting und Seniorchef Peter Harting schilderten. Um das vorhandene Personal zu halten und an den Betrieb zu binden, wird natürlich nach Tarif bezahlt, Spesen oder Hotelkosten übernommen oder anderweitige Vergünstigungen gewährt, um die je nach Saison 20- bis 30-köpfige Belegschaft bei der Stange zu halten. Kai Harting zum CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann, der im Rahmen seiner Sommertour den Betrieb in der Bückeburger Kreuzbreite besuchte: „Die Auftragslage ist gut, wir haben aber mehr Potenzial.“

Nach wie vor ist ein Standbein des 1884 gegründeten Malereibetriebs das „klassische“ Malereigeschäft: tapezieren, streichen, malen, lackieren, Innenraumausstattung, Wärmedämmung oder Arbeiten an denkmalgeschützten Objekten. In den vergangenen Jahren hat Har-ting aber seine Geschäftsbereiche deutlich erweitert und weitere Standbeine auf- und ausgebaut. Keller- und Bauwerksabdichtungen nehmen zum Beispiel einen immer größeren Raum ein, ebenso Korrosionsschutz oder aber Betonsanierungen, insbesondere von Trafohäusern der Energieversorger. Denn diese müssen im Zuge der Energiewende ihre Trafos austauschen. Arbeiten, die genutzt werden, um den Beton auch unter den Trafos zu sanieren.

Harting ist eine der wenigen Firmen in Deutschland, die die notwendige Maschinentechnik, das nötige Wissen und vor allem auch die nötigen Zertifizierungen des Betriebs und der Mitarbeiter vorweisen können. „Immer wieder lassen wir uns entsprechend zertifizieren oder schicken unsere Mitarbeiter auf entsprechende Schulungen“, erläuterte Firmenchef Kai Harting und nannte ein ganzes Bündel von fachspezifischen Abkürzungen wie SGU, WAG, WBS oder EUP, aber auch ganz simple Erste-Hilfe-Kurse. Mit dem TÜV ist ein Überwachungsvertrag abgeschlossen, der einmal im Jahr den Betrieb überprüft. Kai Harting: „Das alles brauchen wir, um an die Aufträge großer Unternehmen zu kommen.“ Das gelingt, wenn auch nicht immer wie erhofft.

Neben den Trafohäusern bietet Harting auch die Sanierung von Gasanlagen an. Auch das Renovieren und Sanieren von Biogasanlagen wird immer wichtiger. Einer der großen Aufträge der vergangenen Jahre war und ist die Sanierung kompletter Tankstellenanlagen und Toilettenanlagen in Rasthäusern an den Autobahnen. 120 Komplettlösungen hat Harting zum Beispiel für einen der bekanntesten Namen in diesem Bereich durchgeführt. Derzeit werden Tankhof-Anlagen eines bundesweit tätigen Anbieters im Norden und Nordosten durchgeführt. Harting ist bundesweit tätig, greift zum Teil auf Partnerbetriebe zurück, unter anderem auch aus Tschechien. „Alles hoch spezialisiert hier“, stellte Beermann nach einem Rundgang durch den Betrieb fest.




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