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Platz schaffen für Gerüste: Fresken stehen vor aufwendiger Restaurierung / St.-Ägidien-Kirche bis auf Weiteres geschlossen

Alles muss raus: Feuerwehr räumt das Gotteshaus

Hülsede (nah). Die bislang täglich geöffnete St.-Ägidien-Kirche in Hülsede bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Besucher hätten wohl auch keine Freude an dem alten Gotteshaus: Keine Bank steht dort mehr; und in wenigen Tagen werden Gerüste den Blick auf die wertvollen Decken- und Gewölbemalereien versperren. Die Fresken stehen vor einer aufwendigen Restaurierung.

veröffentlicht am 25.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:22 Uhr

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Am vergangenen Wochenende gingen in der auch bei Brautpaaren beliebten Kirche die letzten Gottesdienste über die Bühne. Jetzt packten vier Mitglieder der örtlichen Feuerwehr an: Dieter Möbius, Dirk Hachmeister, Norbert Pfumfel und Clemens-Christian Stummeyer räumten das Gebäude aus. Die 40 Bänke unterschiedlicher Länge wurden abmontiert; das Mobiliar von der Empore beseitigt und sogar das große Altarbild, der Taufstein samt Kappe und der Schalldeckel der Kanzel weggetragen. Das meiste Inventar steht jetzt im Pfarrhaus.

Für das hilfsbereite Quartett war es schon etwas mühsam, die sperrigen Möbel auf Sackkarren zum Nachbargebäude zu rollen. Eine willkommene Abwechslung bot da das Entziffern einer Inschrift auf der Unterseite einer der Sitzgelegenheiten. „1885 H. Glünder“ war dort eingeschnitzt und ließ die Entdecker vermuten, dass hier vielleicht ein Spender verewigt worden sein könnte, der die Kosten für „seinen“ Sitzplatz übernahm. Gleich darunter war mit einem dicken Bleistift durch Tischlermeister Wilhelm Möhling vermerkt, dass er „diese Stühle gemacht“ habe.

Stummeyer, der auch Kirchenvorsteher ist, berichtete, dass nun noch die Orgel fest verpackt werden müsse. Dafür sei der Suthfelder Instrumentenexperte Jörg Bente beauftragt worden. Dieser muss sich beeilen: Bereits Ende August werden die Gerüste montiert, damit im September die Restauratoren mit ihrer Arbeit beginnen können. Sie dürften sich bis zum Jahresende erstrecken. Die Kosten waren zuletzt auf 80 000 Euro geschätzt worden.

Alle Kirchenbänke abmontiert: Dirk Hachmeister, Norbert Pfumfel, Clemens-Christian Stummeyer und Dieter Möbius mit den sperrigen Möbeln.

Foto: nah




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