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Autohaus Tatge: Heinz Meier und Helmut Müller gehen in Rente / 99 Jahre im Betrieb

Als Einzelradaufhängung das Nonplusultra war

Bückeburg (wk). In einer kleinen Feierstunde sind zwei langjährige Mitarbeiter des Ford-Autohauses Tatge in den Ruhestand verabschiedet worden: Der in der Residenzstadt wohnende Kfz-Meister Heinz Meier gehörte dem Unternehmen 49 Jahre an, der Kfz-Mechaniker Helmut Müller aus Kleinenbremen sogar seit 50 Jahren.

veröffentlicht am 03.08.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 07:41 Uhr

„Ich fühle mich wohl, wenn ich Leute habe, die ich kenne“, kommentierte Erwin Tatge, Inhaber des Autohauses, die lange Firmenzugehörigkeit der Neu-Rentner. Zudem müsse die „menschliche Seite“ passen. Bei Meier und Müller, die schon im Betrieb tätig waren und dort auch ihre Ausbildung absolviert hatten, als dieser noch seinem Vater und Firmengründer Ewald Tatge gehörte, war beides gegeben. So konnte sich Erwin Tatge auch auf die „volle Akzeptanz“ seitens dieser beiden schon damals altgedienten Mitarbeiter verlassen, als er 1991 die Unternehmensnachfolge seines Vaters antrat.

Meier selbst erinnerte sich noch gut an die Anfänge seiner eigenen Berufstätigkeit bei dem seinerzeit noch unter dem Namen „Auto-Tatge“ firmierenden Unternehmen, das 1960 zunächst Autos der Marken Borgward, Lloyd und Goliath im Programm hatte. „Der Borgward war damals das modernste Auto, das es auf dem Markt gab“, berichtet der 63-jährige. Zu dessen besonderen Ausstattungsmerkmalen hätten unter anderem eine Luftfederung und die „Einzelradaufhängung hinten“ gehört. Erst ein paar Jahre später – Borgward war zwischenzeitlich Pleite gegangen – habe das Autohaus auf die Marke Ford umgesattelt.

Mit PKW hatte Meier (der 1972 seine Meisterprüfung absolvierte) allerdings nur in seinen ersten Berufsjahren zu tun, bevor er sich auf die Schrauberei an Lastkraftwagen spezialisierte – anfänglich waren es Hanomag-LKW, zum Schluss Iveco-Fahrzeuge. Die Technik habe sich in all den Jahren „unwahrscheinlich“ verändert, resümiert der Bückeburger. Bei den Hanomag sei etwa noch alle 5000 Kilometer eine Wartung erforderlich gewesen, während die modernen LKW nur noch alle 150 000 Kilometer zur Inspektion müssen. Auch sei der damit verbundene mechanische Arbeitsaufwand früher „um ein Vielfaches höher“ gewesen, wohingegen heute viel komplizierte Elektronik in den Fahrzeugen zu finden sei.

Diese Erfahrung durfte freilich auch Müller machen, der jedoch in der PKW-Werkstatt des Autohauses tätig war. Obwohl „vom Herzen her mehr Mechaniker als Elektroniker“, ergab es sich so, dass er sich mit der Zeit zum Spezialisten für die Fahrzeug-Diagnostik entwickelte. Rund 45 Lehrgänge habe er zu dieser Thematik absolviert, verriet der 64-Jährige stolz. Doch trotz der mittlerweile in den Fahrzeugen eingebauten „On-Board-Diagnose-Systeme“, bei denen etwaige Fehlerquellen mittels Computers ausgelesen werden können, würden einem die Fehler nicht immer in den Schoß fallen. Auch heutzutage sei oftmals noch das richtige Gespür vonnöten, um die Autos wieder flott zu kriegen.

Mit derlei Problemen müssen sich die beiden Herren nun aber nicht mehr plagen, sondern können sich voll und ganz der Pflege von Haus und Garten widmen. Meier engagiert sich zudem als Vorsitzender der Schützengilde Buchholz, Müller dagegen in der Altersabteilung der Ortsfeuerwehr Kleinenbremen.




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