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Nieuwerkerks Bürgermeister André Bonthuis mit Streifzug durch die Historie

„Als Sie die Marktrechte bekamen, fingen wir mit weltweitem Handel an“

Bückeburg (bus). André Bonthuis ist während der Stadtjubiläumsfeier einmal mehr im Kreis derjenigen zu finden gewesen, die die meisten Sympathien auf sich zogen. Der Bürgermeister von Bückeburgs niederländischer Partnerstadt Nieuwerkerk unternahm in seinem Grußwort einen fein formulierten Streifzug durch die ältere und jüngere Historie. „Ginge man einige Millionen Jahre zurück, könnte man Fische und Vögel und allerhand Tiere finden – aber kein Bückeburg und schon gar kein Nieuwerkerk“, sagte Bonthuis. Was aber auch als Trost zu betrachten sei: „Weltgeschichtlich betrachtet sind wir noch sehr jung.“

veröffentlicht am 05.02.2009 um 15:04 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 11:21 Uhr

„Sechzehnhundertneun“, erläuterte der Grußredner sinnierend, „da dachten wir Holländer noch nicht, dass Spanien so ein schönes Ferienziel werden könnte – wir saßen noch mitten in unserem achtzigjährigen Kampf gegen die Spanier.“ 1609 habe es auch noch keinen Fußball, sehr wohl aber bereits „Schlachtenbummler“ gegeben, sprach Bonthuis auf die Befreiungsarmee der Oranier an. „Und als Bückeburg die Marktrechte bekam, fingen wir in Form der Vereinigten Ostindien Compagnie mit weltweiten Handelsaktivitäten an“, machte er eine interessante merkantile Parallele aus. Die Compagnie habe Pfeffer und Muskatnüsse nach Europa importiert – und ebenso leicht Sklaven aus Afrika nach Amerika. „Und weil sie schon mal jenseits des Atlantiks waren, gründeten die Holländer in Amerika eine neue Stadt: Neu Amsterdam, das spätere New York“, erinnerte der Nieuwerkerker daran, dass auch diese Metropole anno 2009 ihr 400-jähriges Bestehen feiert.

„Vor vier Jahrhunderten existierten natürlich auch schon Sablé sur Sarthe, Bückeburg und Nieuwerkerk“, wusste der Berichterstatter, „nur haben wir damals vergessen, Freunde zu werden und als Partner durch das weitere Leben zu gehen.“ Es sei „schade, dass mein Vorgänger nicht 400 Jahre früher eingeladen“ worden sei. „Stellen Sie sich vor, wie wir die Geschichte hätten ändern können.“

Bonthuis verdeutlichte am Rande des Festabends, dass die jetzt 35 Jahre währende Partnerschaft zwischen Nieuwerkerk und Bückeburg trotz der kommunalpolitischen Neuorientierung in seiner Heimatstadt Bestand haben werde. Hintergrund: Nieuwerkerk geht mit Wirkung zum 1. Januar 2010 gemeinsam mit zwei Nachbargemeinden in die Kommune „Zuidplas“ auf. Hauptort von „Südsee“, wie der Bürgermeister „Zuidplas“ übersetzte, wird Nieuwerkerk sein, das in die dann etwa 41 000 Personen große Neugründung 23 000 Einwohner einbringt.

Unter anderem wegen der bis zu 6,76 Meter unter den Meeresspiegel reichenden Lage stünden in der zwischen Gouda und Rotterdam gelegenen Region „revolutionäre Bauarbeiten“ an, legte Bonthuis offen. Zuidplas solle auf bis zu 60 000 Einwohner anwachsen, die Partnerschaft vertraglich verankert werden. Ob dies mit oder ohne Bürgermeister André Bonthuis geschieht, hängt vom Ausgang der für November dieses Jahres terminierten Gemeinderatswahlen ab. Dieser Rat bestimmt über die Besetzung des Bürgermeisterpostens. „Erstmal trete ich ab“, erklärte der Amtsinhaber.

Die Autofahnen zum Stadtjubiläum in den Farben weiß-rot-blau und mit dem Stadtwappen sind jetzt eingetroffen. Sie sind ab sofort in der Tourist-Info am Marktplatz und in der Geschäftsstelle unserer Zeitung an der Langen Straße erhältlich.




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