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Star-Pianist Justus Frantz bringt Kindern die Techniken des Klavierspiels nahe

„Als wenn Du ein Butterbrot schmierst“

Bückeburg. Klavier spielen kann ganz einfach sein – wenn es einem Justus Frantz erklärt. Auf Schloss Bückeburg holte sich der weltbekannte Pianist gestern gleich sieben Schüler auf die Bühne und zeigte ihnen dort, wie man leicht über die Tasten streicht – „als würde man mit einem Messer ein Butterbrot schmieren“. Bei diesem Anblick dürfte manch ein Lehrer gestaunt haben. Kinder die andächtig einer Etüde lauschen?! Die sich auf die Anekdoten des Starpianisten einlassen? Wo gibt’s denn so was?

veröffentlicht am 26.02.2016 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:41 Uhr

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Doch Frantz ist nicht irgendwer. Er hat eine Art, die auch den hibbeligsten Schüler in den Bann schlägt. Ganz ruhig und dennoch sehr charmant erzählt er von seinen Reisen, von seiner Jugend und vor allem – von der Musik. Er beobachte mit Sorge, dass der Musikunterricht an vielen Schulen zusammengestrichen werde, „während wir Millionen für die Elbphilharmonie herausschmeißen“. Irgendwann werde die Elbphilharmonie veröden – „und warum? Weil wir unsere Kinder der akustischen Umweltverschmutzung überlassen“.

Dieser „Umweltverschmutzung“ will Frantz etwas entgegensetzen: seine Kinderkonzerte. Der Starpianist hat eine Mission. „Ich will den Kindern die Grundlagen der Musik wieder nahebringen. Und ich würde mir wünschen, dass mehr meiner Kollegen diesem Beispiel folgen.“ Dass Frantz seine Sache ausnehmend gut macht, zeigt schon ein Blick ins Publikum. Fast alle lauschen hoch konzentriert – eine Klasse der Grundschule Obernkirchen hat sogar Transparente gemalt. „Ich hab mich sehr auf dieses Konzert gefreut“, sagt Julie Klimm, die selbst seit drei Jahren Klavier spielt. Was ihr dabei besonders Spaß macht? „Dass ein Klavier so vielseitig ist, man kann ganz verschiedene Sachen darauf spielen.“

Wer das Kinderkonzert des weltbekannten Pianisten auf Schloss Bückeburg nicht besucht hat, hat etwas verpasst. Frantz bringt den Kindern seine Techniken nahe: den „Schmetterling“ von Chopin beispielsweise, „der aus dem Handgelenk gespielt wird“. Oder anhand des „Butterbrots“ von Mozart, wie man sanft über die Tasten streichen muss. Dieser Weltstar ist kein Halbgott im Frack – Frantz ist ein Lehrer, der den Kindern etwas beibringen möchte. Er ist übrigens gut mit seinen Lehrern ausgekommen. „Nur mit meinem Musiklehrer nicht, dem habe ich einen Fehler nachgewiesen und dafür hat er mich geohrfeigt“, so Frantz schmunzelnd.




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