weather-image
21°
×

„Knütte-Närmdach“ lockt ins Schloss Rodenberg / Bauernschmuck ist ein Schwerpunkt

Alte Handwerkstechniken faszinieren

Rodenberg. Ein „Knütte-Närmdach“ hat zahlreiche Gäste ins Rodenberger Schloss gelockt. Das plattdeutsche Wort „knütte“ meint „stricken“, der „Närmdach“ ist der „Nachmittag“. Eingeladen hatte der Verein Museumslandschaft Amt Rodenberg.

veröffentlicht am 03.03.2014 um 19:21 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:22 Uhr

Allerhand Arbeitstechniken gab es zu bestaunen. In der Spinnstube wurde Schafswolle gesponnen, zudem wurde gestickt, gestrickt, genäht, gefilzt und gewoben. Mit viel Geduld und Hingabe filzten Johanna (12) und Raphaela (10) eine Blume. „Man muss mehrere Lagen Filz aufeinander legen und dann mit Wasser und Seife verreiben“, erklärte die Zwölfjährige. Getrocknet behalte der Filz seine Form. Früher wurden gewobene Lodenmäntel aufgeraut und gefilzt, erklärte Monika Ahrendt. Auf diese Weise wurde der Stoff wasserabweisend und einigermaßen winddicht.

Einen Tischläufer in den Rodenberger Stadtfarben wob Susanne Reese. Der 150 Jahre alte Webstuhl funktionierte einwandfrei. Eine Webmeisterin hatte die Kette mit den grünen, weißen und roten Fäden bespannt. Das Präparieren der Webstühle sei früher ein eigener Beruf gewesen, so Reese. Spezialisten seien von Hof zu Hof gefahren, um die Webstühle vorzubereiten. „Die Familien haben die gesamte Tisch- und Bettwäsche für die Aussteuer selber gewebt“, ergänzte Marlies Berndt-Büschen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Nachmittags war Bauernschmuck für Schaumburger Trachten. „Die Bernsteinketten, Hemdspangen und Ohrringe waren Geschenke des Bräutigams für seine Braut“, erklärte Trachtenexperte Henning Dormann.

Bilder auf sn-online.de




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige