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Vor Gericht: Bückeburger Jugendkammer mildert Rintelner Urteil / Statt Jugendarrest gemeinnützige Arbeit

Am Himmelfahrtstag mit dem Bierglas zugeschlagen

Rinteln/Bückeburg (maf). Vom Amtsgericht Rinteln in erster Instanz wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu jeweils einer Woche Jugendarrest verdonnert, sind zwei junge Auszubildende nun im Berufungsverfahren mit einer milderen Bestrafung davongekommen: Je 25 Stunden gemeinnützige Arbeit lautete jetzt das Urteil der V. Kleinen Jugendkammer des Bückeburger Landgerichts.

veröffentlicht am 11.07.2008 um 00:00 Uhr

Am Himmelfahrtstag 2007 hatten die Brüder während einer Vatertagswanderung einen 20-jährigen Schüler in der Nähe des Ludwigsturmes angegriffen. Dabei bekam der junge Mann einen Schlag mit einem Bierglas ab. Er erlitt eine sechs Zentimeter lange Kopfplatzwunde, die im Krankenhaus mit neun Stichen genäht werden musste. Der Fall: Im Mai vergangenen Jahres wanderte eine Gruppe von Schülern mit einem Bollerwagen und zwei Kisten Bier zum Ludwigsturm. Am Nachmittag traten die jungen Leute den Rückweg an und begegneten an einer Kreuzung einer anderen Gruppe. Zu dieser gehörten auch die beiden Angeklagten, die nach eigenen Angaben sieben bis zehn Flaschen Bier getrunken hatten. Ein Bekannter der Brüder stolperte über den Bollerwagen, eine Bierkiste fiel herunter. Die Schüler, die vergeblich auf eine Entschuldigung warteten, sammelten die herausgefallenen leeren Flaschen ein und zogen weiter. Sie lachten und schauten sich um, wodurch sich einer der Auszubildenden provoziert fühlte. Er ging davon aus, dass sich die Schüler über ihn und seine Freunde lustig machten, lief hinter der Gruppe her und schubste einen 19-Jährigen. Es kam zu einer Rangelei mit mehreren Beteiligten. Der in der Böschung liegende Schüler wurde getreten und geschlagen. Dabei schaltete sich auch der zweite Angeklagte ein und schlug dem 20-Jährigen ein Bierglas auf den Kopf. "Wer säuft, der muss auch damit umgehen können", mahnte der Vorsitzende Richter Friedrich von Oertzen. Für den Landgerichtspräsidenten war es die letzte Verhandlung: von Oertzen geht jetzt in Pension.




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