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Der letzte Flug des Panzerabwehrhubschraubers: „Bo 105“ geht ins Museum

Am Kran ab durch das Fenster

Bückeburg. Der „Einflug“ eines neuen Exponates in die Ausstellungshalle des Hubschraubermuseums hat am gestrigen Vormittag für einiges Aufsehen unter den vorbeikommenden Passanten gesorgt. Am Haken eines Schwerlastkranes hängend wurde der bislang beim Kampfhubschrauberregiment „Franken“ in Roth nahe Nürnberg stationierte Bundeswehrhelikopter vom Typ „Bo 105“ nämlich durch ein geöffnetes Fensterelement der Glasfassade in das Gebäude bugsiert. Trotz des an sich scheunentorgroßen Ausschnitts war dies eine Zentimeterarbeit, denn außer dem für den Transport um seine Rotorblätter und die Waffenträger erleichterten Drehflügler musste ja auch noch der wuchtige Ausleger des Kranes durch die Fensteröffnung passen.

veröffentlicht am 27.02.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Michael Werk

Bevor der vom deutschen Hersteller Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) gebaute „Bo 105“ im Museum abgestellt werden konnte, gingen am Mittwoch jedoch rund eineinhalb Stunden an Vorarbeiten ins Land. So musste der mit einem LKW nach Bückeburg gebrachte Panzerabwehrhubschrauber zunächst abgeladen und das nur für den Transport montierte kurze Kufenlandegestell gegen das deutlich ausladendere normale Kufenlandegestell ausgewechselt werden. Bei diesen von Fluggerätemechanikern der Heeresfliegerwaffenschule durchgeführten Montagearbeiten hing der ausgemusterte Helikopter zeitweise ebenfalls am Kran.

Von Heinz-Jürgen Brandt, zuständig für den Bereich Technik im Hubschraubermuseum, war zu dem neuen Exponat zu erfahren, dass dieser „Bo 105“ im Jahr 1983 gebaut wurde und mittlerweile rund 5000 Flugstunden hinter sich hat. Ausgestellt wird der Heli in der „Heeresfliegerecke“ des Hauses, wo er - wieder komplettiert um die Rotorblätter und Waffenträger - nicht nur von Museumsbesuchern besichtigt werden kann, sondern auch zu Anschauungszwecken für etwa angehende Militärluftfahrzeugführer der Heeresfliegerwaffenschule dient.

Thomas Mallwitz, der Vorsitzende des Hubschraubermuseums, ergänzte, dass bei der Bundeswehr zwar immer noch Panzerabwehrhubschrauber vom Typ „Bo 105“ im Einsatz sind, diese aber schon seit einiger Zeit sukzessive durch den Kampfhubschrauber „Tiger“ ersetzt werden. Die in den 1970er Jahren eingeführten „Bo 105“ indes seien seinerzeit mit die ersten bewaffneten Militärhubschrauber in Deutschland gewesen. Und ohne Bewaffnung sei dieser Helikoptertyp mittlerweile sogar kunstflugtauglich und -zugelassen, wenngleich diese Art der Fliegerei bei der Bundeswehr freilich nicht praktiziert werde. Bei dem in der Ausstellung (Neubautrakt) bereits vorhandenen und bewusst kopfüber hängenden zivilen „Red Bull“-Hubschrauber handele es sich übrigens ebenfalls um einen „Bo 105“.




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