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Am Nasenring durch die Manege geführt

Außer Spesen nichts gewesen,“ könnte man die jahrelange Suche nach einem Hangsicherungskonzept für den Messingsberg umschreiben. Denn was hoch bezahlte Gutachter und Landschaftsplaner im Umweltausschuss als ultimative Lösung ablieferten, hätte die NNG preiswerter haben können: Indem sie einfach auf den gesunden Menschenverstand vertraut hätte, der angesichts der weiter akuten Rutschgefahr des Berghanges eine Sanierung von vornherein unmöglich erscheinen ließ.

veröffentlicht am 16.04.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 02:41 Uhr

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Stefan Reineking Chefredakteur zur Autorenseite

Nun kann man unterstellen, dass bei der im sachsen-anhaltinischen Flechtingen ansässigen NNG keine Laien, sondern ausgefuchste Profis arbeiten. Dass sich diese so lange mit undurchführbaren und beim Kreis umstrittenen Hangsicherungskonzepten beschäftigten und die Öffentlichkeit mit Ergebnissen ein ums andere Jahr vertrösteten, lässt Spielraum für Spekulationen.

Bereits 2009 wurde das neue Sanierungskonzept laut Planern angedacht und schon im Februar 2010 erstmals mit dem Kreis erörtert. Beinahe zeitgleich liefen die Anträge der NNG auf Erweiterung des Messingsberg-Steinbruchs um den Werkstattfelsen und andere Flächen, die außerhalb der Rutschzone liegen. Nachdem die auf Jahrzehnte ausgelegte Erweiterung auch ohne schlüssiges Hangsicherungskonzept genehmigt wurde, wird nun die Lösung präsentiert, die einem Offenbarungseid gleichkommt: Einfach nen Zaun drumbauen und den Schlüssel wegwerfen. Dass ein Bestandteil dieses Konzeptes ein hoher Schutzwall ist, der den laufenden Betrieb vor einem weiteren Bergrutsch schützt, ist kein Zufall.

Wieder einmal haben sich die Genehmigungsbehörden zulasten von Natur und Landschaft am Nasenring durch die Manege führen lassen.




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