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Zwei Vollsperrungen vor der Stadtkirche und am Unterwallweg sorgen für größere Verkehrsbehinderungen

Am Treibsand scheiterte schon Fürst Ernst – jetzt die Stadt

Bückeburg (rc). Vor der Stadtkirche hat gestern Morgen der Austausch des Kopfsteinpflasters gegen eine Bitumendecke begonnen. Dafür wurde die Lange Straße in diesem Bereich komplett gesperrt, der Verkehr wird über die Ulmenallee,/Herminenstraße, beziehungsweise die Herderstraße umgeleitet. Bis zum 17. Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Da zeitgleich auch der Unterwallweg wegen Kanalbauarbeiten von der Obertor- bis hinunter zur Scharnhorststraße komplett gesperrt ist, müssen innerstädtische Autofahrer schon erhebliche Ortskenntnisse mitbringen, um ärgerfrei durch die Stadt zu kommen.

veröffentlicht am 09.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:21 Uhr

Vor der Stadtkirche ist der Treibsand im Untergrund Schuld, dass das Kopfsteinpflaster gegen Asphalt ausgetauscht werden muss. Der gleiche Treibsand übrigens, der schon dem Fürsten Ernst vor knapp 400 Jahren beim Bau der Stadtkirche einen Strich durch die Rechnung machte, als der ursprünglich für diese Kirche geplante Kirchturm nicht gebaut werden konnte. Die Steine wurden dann zum Bau der Lateinschule genutzt, der heutigen Stadtbücherei in der Schulstraße.

Wie Baubereichleiter Jörg Klostermann erklärte, entstehen beim Befahren der leichten Kurve vor der Kirche insbesondere bei schweren Fahrzeugen Radialkräfte, die das Pflaster quasi in den Untergrund drehen, weil dieser Untergrund einfach zu schwammig ist und nicht richtig verfestigt werden kann. Als Folge entstehen Schlaglöcher, die vor einigen Jahren bereits beseitigt wurden, als Teile des Pflasters aufgenommen wurden. Lange hielt das nicht. Um Kosten zu sparen und eine dauerhafte Lösung zu haben, hat der Rat nun entschieden, den Bereich zu asphaltieren. Im Hinblick auf das Baudenkmal Stadtkirche und den Platzcharakter, der bewahrt werden soll, wird der Asphalt nicht im üblichen Schwarz glänzen, sondern in Grau. Rund 26 000 Euro kostet das Vorhaben. Auch um Kosten zu sparen, wurden die Sommerferien als Bautermin gewählt, da durch den fehlenden Schulbusverkehr auf eine Ampelregelung verzichtet werden kann.

Die Sommerferien nutzt auch der Abwasserbetrieb, um im Unterwallweg den alten Mühlengraben-Kanal zu beseitigen. Er floss dereinst offen von der alten Mühle an der Herderstraße vor dem alten Wall entlang gen Schlossbach. Irgendwann wurde er von den Altvorderen vertieft, vermauert und mit Sandsteinplatten abgedeckt und als Abwasserkanal genutzt. Mittlerweile gibt es natürlich längst einen neuen Kanal. Da es aber beim Abwasserbetrieb keine Pläne über Lage und Tiefe gibt und auch nicht klar ist, ob nicht noch alte Hausanschlüsse in den Kanal führen, wird der Unterwallweg jetzt Meter für Meter aufgebaggert, kontrolliert, gegebenenfalls Anschlüsse umgeklemmt und dann verfüllt. Ein Beispiel, wie mühselig die Arbeiten sind: Erst lag der Kanal unter der Verkehrsinsel an der Scharnhorststraße, wenige Meter weiter sind die Arbeiter fast im Bürgersteig auf der südlichen Seite gelandet. Bis hinauf zur Graf-Wilhelm-Schule muss noch gebuddelt werden. Wenn die Ferien zu Ende sind, enden auch die Arbeiten, unabhängig davon, wie weit man gekommen ist.

Der Mühlengraben-Kanal wird im Unterwallweg verfüllt.



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