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Zu Hause beim Samtgemeindebürgermeister-Kandidaten der SPD: Oliver Keller - Die Familie steht an erster Stelle

An der Ackerbeeke wohnt ein Mann mit Weitblick

Eilsen. Krainhagen, Ackerbeeke 3. Das Haus, vor dem der Lupo mit dem Poster von Oliver Keller und der Aufschrift "Ihr Samtgemeindebürgermeister für Eilsen" parkt, kennt im Ort inzwischen fast jeder. Nur das Navigationssystem in meinem Auto (ich suche ungern Hausnummern) kennt die "3" nicht. Als ich in die kurze Sackgasse einbiege, kommt mir Keller, blaues Business-Hemd und braune Jeans, schon entgegen: "Wir haben erst 2003 gebaut. Bis auf Details im Garten ist aber alles fertig", sagt der SPD-Kandidat und Genosse. Aha.

veröffentlicht am 08.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

Ihr Herz hängt an Italien: Oliver und Anja Keller studieren im W

Autor:

Thomas Wünsche

Das Wohnzimmer des Zwei-Familen-Hauses, die Schwiegereltern wohnen oben, ist lichtdurchflutet. Große Fenster ziehen den Blick direkt auf die Sonnenterrasse. Ein Blick, der bei gutem Wetter zwischen den Giebeln der Nachbarhäuser hindurch weit bis zum Horizont reicht. Auf dem Tisch, neben der Kommode des Großvaters, auf die die Sonne bunte Lichtreflexewirft, steht frisch gebrühter Kaffee. "Besucher-Kaffee", wie Ehefrau Anja betont. Die Kellers selbst bevorzugen Milch. Wir setzen uns an den Esstisch. "Ist das Ihr Lieblingsplatz?" - "Nein", sagt der 31-jährige Diplomjurist. "Für einen Lieblingsplatz ist zu viel Bewegung im Haus - wir versuchen, es uns überall gemütlich zu machen." Oliver Keller ist ein Familienmensch. Auf dem Tisch liegt Spielzeug von Tochter Lorena (4), daneben steht der Laufstall seines zehn Monate alten Sohnes Arian. Wegen der Knirpse haben die Kellers auf eine offene Küche verzichtet. Die wäre zwar schön gewesen, "aber dann krabbeln die Kinder rein - und schon ist der Backofen an ...". Das Herz der Familie hängt an Italien, genauer, am Gardasee. Jahr für Jahr zieht der Golf Variant ihren Wohnwagen während des Urlaubs in die Bucht von Salo, meist nach St. Felice. Italienisch ist auch das Lieblingsessen Kellers, das im Sommer oft auf den Tisch kommt: Lasagne. Nach dem (ersten) Frost mag er's dagegen norddeutsch: Dann gibt's an der Ackerbeeke 3 nicht selten Grünkohl mit Bregenwurst. Doch dieüberwiegende Zeit des Jahres ist auch bei den Kellers Alltag. Dann klingelt um 7 Uhr der Wecker. Gegen 7.30 Uhr gibt's Frühstück. Neben der bereits erwähnten Milch gehören auch Körnerbrötchen und selbst gekochte Marmelade dazu, für die der eigene Garten die Früchte liefert. "Bis vor kurzem, als ich noch Referendar am Landgericht Bielefeld war, hatte ich danach 45 Minuten Autofahrt vor mir", erinnert Keller. Vorbei. Denn schon in wenigen Tagen wird sein Arbeitsplatz gleich um die Ecke sein. Im "Anwaltshaus Schaumburg" (Obernkirchen) und als Vierter in einer bislang dreiköpfigen Bürogemeinschaft. Seine Zulassung als Rechtsanwalt muss jeden Tag an der Ackerbeeke eintreffen. Das bisschen, was ihm nach Arbeitstag und Wahlkampf noch an Freizeit bleibt, verbringt Keller mit der Familie. "Meine Tochter kommt mir meist schon an der Tür entgegen, will erzählen, was sie im Kindergarten Krainhagen erlebt hat." Lorena, die für ihr Leben gern reitet, würde sich am liebsten ein Pferd in den Garten stellen - "aber das geht natürlich nicht". Manchmal bleibt dann noch ein Fitzelchen Zeit für ihn selbst übrig. Dann joggt der Familienvater mit einem Bekannten im Naturschutzgebiet. Bergrauf, bergrunter und insgesamt 6,5 Kilometer. "Gefühlt", schmunzelt Keller, "sind's aber jedesmal zehn". Inzwischen ist Kellers noch druckfrischer Wahlkampf-Flyer fertig,Überschrift: "Frischer Wind für Eilsen". Wer ihn aufschlägt, findet im Innenteil das Programm des Krainhägers und "sieben gute Gründe um mich zu wählen", so Keller. Allen voran: "Ich wäre ein junger Samtgemeindebürgermeister, der offen ist um neue Wege zu gehen." Der letzte Grund ist provokant: "Ich habe als einziger Kandidat stichhaltige Ziele für die zukünftige Gestaltung der Samtgemeinde Eilsen." Das Papier listet acht Punkte auf. Darunter die Förderung von Neuansiedlungen (Beispiel: Edeka), Kultur- und Freizeitangeboten für alle Generationen, aber auch der regenerativen Energien. Weiter geht es Keller um den Ausbau der Kinder- und Jugendbetreuung und das Einrichten einer kommunalen Beratungsstelle für Familien und Senioren. Übrigens: Vormerken sollten Sie - liebe Leserin, lieber Leser - den 29. August. Dann findet, moderiert von dieser Zeitung, um 19 Uhr im Heeßer Krug eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Oliver Keller und Mitbewerber Bernd Schönemann statt.

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