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Nammer Kapelle Station Nr. 5 beim Pilgern / Zwei neue Hinweistafeln sind sicher

An St. Laurentius führt kein Weg vorbei

Nammen. Den Erhalt der bald 500 Jahre alten Fachwerkkapelle im Nammer Ortskern und ihr Erscheinungsbild hat der vor 25 Jahren zu diesem Zweck gegründete Kapellenverein gut im Griff. Ein Wespenschwarm im vergangenen Spätsommer, der Stunden vor einem Gottesdienst mit drei Taufen im Kirchenraum von St. Laurentius schwirrte, trieb dem Vorstand allerdings den Schweiß auf die Stirn. Die Feuerwehr verwies ratlos an einen Insektenexperten, und der riet einfach zum Nichtstun.

veröffentlicht am 16.04.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 00:41 Uhr

Tatsächlich und zur großen Erleichterung waren die Wespen, die sich wohl schon über längere Zeit unbemerkt am Fachwerk hinter dem Lehmputz eingenistet hatten, zur Kirchzeit pünktlich und restlos verschwunden. Diese Anekdote gab Vorsitzender Jürgen Winterberg in seinem Bericht bei der Jahresversammlung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zum Besten.

Ansonsten war 2008 für den Verein ein eher ruhiges Jahr mit kleineren Erhaltungs- und Verschönerungsmaßnahmen. Investiert wurde in den Treppenaufgang zum Kapellenbrink. Passend zu den Wegplatten ersetzte man die Bruchsteine durch Obernkirchener Sandsteinstufen.

Die Kapelle mit Leben zu füllen hat sich der Kapellenverein als weiteres Ziel auf die Fahne geschrieben. Und so fanden auch im letzten Jahr die regelmäßigen Gottesdienste ab sofort nicht mehr am dritten, sondern am vierten Sonntag im Monat, und verschiedene Veranstaltungen in und an der Kapelle statt.

Vor Ostern hatte man ein Fernsehteam der ARD zu Gast, die bundesweit über Deutschlands älteste Fachwerkkapelle und über die seit dem Mittelalter nach dem Pestgelübde in Nammen begangenen „dritten“ Feiertage zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten berichtete. In Kooperation mit dem Förderverein des Pfarrbezirkes erlebte im August der traditionelle Laurentiustag mit einer Veranstaltung in und an der Kapelle mit dem Kirchenchor und dem Posaunenchor eine Wiederbelebung. Auf Ende August dieses Jahres wurde das nächste Laurentiusfest terminiert, wieder als gemeinsame Veranstaltung mit dem Förderverein.

Voll im Mittelpunkt stand die St. Laurentius-Kapelle dann beim Nammer Weihnachtsmarkt, der erstmals von der früheren Marktzeile rund um die Kapelle verlegt worden war. Eine kleine Krippenausstellung und geschichtliche Erklärungen zogen viele Besucher an. Der Kapellenverein war wieder mit einem Budenstand, erstmals mit der eigenen massiven Hütte, auf dem Kapellenbrink präsent.

Jürgen Winterberg berichtete über den Stand der Planungen für den „Sigwardsweg“, den zukünftigen Pilgerweg von Minden nach Idensen. Im September soll die offizielle Eröffnung sein. Die St. Laurentius-Kapelle ist Wegstation Nr. 5. Weiter geht‘s über Kleinenbremen nach Bückeburg mit der Schlosskapelle und der Stadtkirche. Von Seiten des Kapellenvereins hält man den Pilgern das Gotteshaus sonntags nach den regelmäßigen Gottesdiensten geöffnet und sorgt an allen anderen Tagen für den Schlüsselzugang oder, wenn gewünscht, für geschichtliche Erläuterungen.

Erfreut nahm man zur Kenntnis, dass die Installation von zwei Hinweistafeln durch den Kapellenverein auf die 1523 erbaute Fachwerkkapelle an der Einmündung der Straße „Zur Porta“/B 482 in Lerbeck und Rintelner Straße/Tannenkamp in Nammen nach anfänglichen Bedenken des Landesbetriebes Straßen jetzt wohl sicher erscheint.




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