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Vor Gericht: Lkw-Außenspiegel auf der A 2 beschädigt / Verfahren gegen 59-Jährigen eingestellt

Angeklagter: "Habe keinen Unfall bemerkt"

Rinteln (maf). In einem Prozess um unerlaubtes Entfernen vom Unfallort hat das Amtsgericht das Verfahren gegen einen 59-jährigen Handwerksmeister wegen geringer Schuld eingestellt. Verbunden ist die Einstellung allerdings mit der Zahlung einer Geldauflage: Der Mann muss nun 800 Euro an die Landeskasse überweisen. Mit seinem Mercedes Sprinter war er in einer Baustelle auf der A 2 gegen den Außenspiegel eines Sattelschleppers geraten (150 Euro Schaden) und dann davongefahren.

veröffentlicht am 28.10.2008 um 00:00 Uhr

Der Fall: Im Juni vorigen Jahres befand sich der Angeklagte mit zwei Kollegen auf dem Rückweg zu seiner Firma im Großraum Hannover. In einem engen Baustellenbereich auf der A 2 zwischen Bad Eilsen und Rehren steuerte er seinen Sprinter auf der linken Spur und passierte eine Lkw-Kolonne. Mit etwa 40 Stundenkilometern sei er den Berg hoch gefahren, erinnerte sich der Handwerksmeister. Plötzlich stieß sein Wagen seitlich gegen den Außenspiegel eines rechts fahrenden Sattelschleppers. Dessen Fahrer, ein 47-jähriger Mann aus Ostdeutschland, merkte sich das Kennzeichen und steuerte dann mit dem eingeplatzten Außenspiegel den nächsten Parkplatz an. Er ging davon aus, dass auch der Unfallverursacher dort anhalten würde. Auf dem Rastplatz traf der Brummi-Fahrer aber nur eine Polizistin. Er erzählte ihr, dass er wild gehupt und gestikuliert habe, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Sprinter sei jedoch weitergefahren. Daraufhin nahm die Beamtin sofort eine Anzeige auf. Kaumwar der Handwerksmeister zu Hause, da stand auch schon die Polizei vor seiner Haustür. Vor Gericht wusste der Brummi-Fahrer, der jährlich 180 000 Kilometer mit seinem Lkw zurücklegt, nicht mehr genau, ob er nach dem Zusammenstoß tatsächlich gehupt hatte. Im Gedächtnis hatte er aber noch die sehr enge Baustelle, wo Unfälle wie dieser offenbar keine Seltenheit waren: "Da lagen so viele Spiegel herum, das ist nicht normal." Dagegenäußerte der Angeklagte, er habe keinen Unfall bemerkt, sondern nur ein Geräusch gehört. Dies bestätigten auch seine Kollegen. Sie vermuteten, dass das wahrgenommene Geräusch von ihrem Werkzeug auf der Ladefläche des Sprinters stammte. Letztlich stellte Richter Christian Rost das Verfahren mit Zustimmung von Anklagevertreter Günter Wilkening ein.




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