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Vor Gericht: 500 Euro Geldbuße nach Kneipenschlägerei / Filmriss

Angreifer zieht klar den Kürzeren

Bückeburg (ly). Dunkel kann sich ein Bückeburger erinnern, im Dezember 2008 zu weit vorgerückter Stunde eine Kneipe in der Innenstadt betreten zu haben. Dann weiß der 22-Jährige erst wieder, dass er im Krankenhaus zu sich gekommen ist und schwer verletzt war. Was dazwischen passiert ist, hat jetzt auch das Amtsgericht nicht restlos aufklären können.

veröffentlicht am 29.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 18:21 Uhr

Dass den jungen Mann die Erinnerung verlassen hat, ist bei einem Blutalkoholwert von 2,6 Promille kein Wunder. So viel scheint sicher: In jener Nacht hat es eine Kneipenschlägerei gegeben, wobei der Auszubildende Täter und Opfer zugleich war. „Seitdem trinke ich keinen Alkohol mehr“, versichert er. Ernüchternd dürfte auch die Gerichtsverhandlung gewirkt haben. Richter Armin Böhm stellte das Verfahren wegen Körperverletzung zwar vorläufig ein, jedoch gegen eine Geldbuße von 500 Euro.

Für die Einstellung gab es mehrere Gründe: Erstens schien eine Rauschtat und damit Unzurechnungsfähigkeit nicht ausgeschlossen, zweitens ließ sich das Geschehen kaum noch rekonstruieren, drittens hatte der Angeklagte selbst am meisten abgekriegt. Vorgeworfen worden war dem 22-Jährigen, einen anderen Gast mit einem Weizenglas ins Gesicht geschlagen zu haben, worauf beide zu Boden stürzten. Angeblich wollte er die Zeche prellen.

Ein Unschuldsengel ist der Angeklagte nicht. Erst im April musste er 200 Euro zahlen, weil er in eine Schlägerei vor einer Portaner Diskothek verwickelt gewesen sein soll. Diesmal aber hat er eindeutig den Kürzeren gezogen: Mittelhandknochen und Ellenbogen gebrochen, Operation, diverse Prellungen, die aufgeplatzte Unterlippe musste genäht werden. „Dies schreit danach, dass mein Mandant am Boden lag und getreten wurde“, glaubt Verteidiger Max Conrad.

Der Mann, an den der Betrunkene damals in der zwischenzeitlich geschlossenen Kneipe geraten war, gibt einen Tritt und zwei oder drei Faustschläge zu. Der 26-Jährige soll versucht haben, den mutmaßlichen Zechpreller durch Festhalten am Verlassen der Gaststätte zu hindern. „Dann zog er mir ein Weizenglas durchs Gesicht“, erklärte der Arbeitslose, gegen den die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet hatte, das aber ohne Auflagen eingestellt worden ist. Auch der Sieger hatte die Kneipen-Arena mit Blessuren verlassen. Er erlitt nach eigenen Angaben Schnittverletzungen im Gesicht und am Arm. Sein Promillewert: 2,18.




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