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Angst frisst die Seele auf

Bückeburg.  Ein eindrucksvolles Zeichen für Toleranz und Vielfalt ist am Montagabend auf dem Marktplatz gesetzt worden. Es sind die nachdenklichen und eindringlichen Worte sämtlicher Redner gewesen, welche der Veranstaltung Kraft und Macht verliehen haben.

veröffentlicht am 26.01.2015 um 21:26 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:22 Uhr

Bürgermeister Reiner Brombach erinnerte daran, dass in anderen Teilen der Welt „Krieg und Terror tagtäglich gegenwärtig“ seien. In der Folge steige die Zahl der Flüchtlinge, und das „verunsichert und beunruhigt uns alle“. Doch wie damit umgehen? „Zahlreiche Menschen und Institutionen haben beispielhafte Aktivitäten entwickelt, diese Menschen in unserer Gesellschaft willkommen zu heißen.“ Für die christlichen Gemeinden Bückeburgs ergriff Pastor Dr. Wieland Kastning das Wort. Er sprach „diffuse Ängste vor Überfremdung“ an, und erwähnte im gleichen Atemzug die „konkreten und begründeten Ängste um Leib und Leben vieler, die zur deutschen Minderheitsgesellschaft gehören – Juden, Moslems, Menschen dunkler Hautfarbe – nicht erst seit den Mordtaten des NSU.“ Wir sollten uns hüten „vor Vorurteilen über Menschen, mit den wir nie gesprochen haben“, mahnte der Pastor. Und gab sämtlichen Lagern einen Satz des deutschen Filmemachers Rainer Werner Fassbinder als Leitsatz mit auf den Weg: „Angst frisst die Seele auf, zumal wenn ich nicht kenne, vor wem ich mich ängstige.“ Als Imam der türkisch-islamischen Gemeinde Bückeburg erteilte Mehmet Kelec jedweder religiös begründeten Gewalt eine klare Absage. „Es bestürzt uns zu sehen, wie der Name unseres Herrn zu Unrecht von Menschen für Morde missbraucht wird.“ Er forderte einen breiten Dialog unter den Menschen – von Muslimen, Juden, Christen und Menschen ohne Glauben – also von allen, die für ein friedvolles Miteinander einstehen.




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