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Schadensersatz-Forderung lohnt bei einer Rechtsschutzversicherung

Anwalt klärt auf: Die Rechte der Reifenstecher-Opfer

Lauenau. Seit der Festnahme eines 34-jährigen Lauenauers vor gut einer Woche (wir berichteten) gab es keine Reifenstechereien im Flecken mehr zu beklagen. Doch auch, wenn der mutmaßliche Täter gefasst ist, ist der Ärger noch lange nicht vorbei. „Die Geschädigten können Schadensersatz fordern, wenn einem Täter die Tat zweifelsfrei nachgewiesen werden kann oder er sie zugibt“, sagt der Lauenauer Rechtsanwalt Thorsten Kruckenberg.

veröffentlicht am 28.06.2013 um 21:35 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 10:22 Uhr

28. Juni 2013 21:35 Uhr

Lauenau. Seit der Festnahme eines 34-jährigen Lauenauers vor gut einer Woche (wir berichteten) gab es keine Reifenstechereien im Flecken mehr zu beklagen. Doch auch, wenn der mutmaßliche Täter gefasst ist, ist der Ärger noch lange nicht vorbei. „Die Geschädigten können Schadensersatz fordern, wenn einem Täter die Tat zweifelsfrei nachgewiesen werden kann oder er sie zugibt“, sagt der Lauenauer Rechtsanwalt Thorsten Kruckenberg.

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Allerdings müsse dies auf zivilrechtlichem Wege geschehen und verursache Kosten. Diese regeln sich im Falle der Sachbeschädigungen an Autoreifen nach dem Zeitwert der zerstörten Reifen. Bei Forderungen bis zu einem Betrag von 300 Euro muss der Einklagende allein 75 Euro Gerichtskosten zahlen, damit das Verfahren aufgenommen wird. Geht es hingegen um einen Betrag von mehr als 300 Euro und weniger als 600 Euro, fielen bereits 105 Euro Gerichtskosten an, erklärt der Anwalt. Hinzu kämen noch die Anwaltskosten, sodass ein Geschädigter womöglich bis 250 Euro vorstrecken muss, bis er Aussicht auf Schadensersatz hat. „Das lohnt sich eigentlich nur, wenn der Geschädigte eine Rechtsschutzversicherung besitzt“, macht er klar. Denn auch mit der Schadensersatzforderung sei nicht sichergestellt, ob man als Geschädigter letztlich auf dem Schaden sitzen bleibt oder zumindest jahrelang auf seinen Schadensersatz warten muss. Sollte der Täter nämlich mit einer eidesstattlichen Versicherung und einem Vermögensverzeichnis glaubhaft machen können, dass bei ihm kein Geld zu holen sei, wird der Geschädigte auch keinen Schadensersatz bekommen können. „Der Schadensersatz kann außerdem nur innerhalb von drei Jahren gerichtlich geltend gemacht werden, sonst ist er verjährt. Ein dann erstrittenes zivilrechtliches Urteil hat 30 Jahre Gültigkeit“, stellt Kruckenberg fest. Der eidesstattliche Nachweis gelte zudem über drei Jahre und könne immer wieder neu beantragt werden.

Der in der Justizvollzugsanstalt Hannover in Untersuchungshaft befindliche 34-Jährige wird bisher nur beschuldigt, für neun Fälle von Sachbeschädigung, durch das Zerstechen von Autoreifen, verantwortlich zu sein. Der Lauenauer bestreitet die Taten jedoch weiterhin. Die rund 270 anderen Fälle von Sachbeschädigungen an Autos im Flecken werden dem Mann bisher nicht zur Last gelegt.

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