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Bislang eher hinter den Kulissen gearbeitet – in kommenden Monaten viele Aktionen geplant

Arbeitskreis gegen Extremismus aktiv

Bückeburg (rc). Bisher hat der Arbeitskreis „Bückeburger Bündnis für Demokratie und Vielfalt“ hinter den Kulissen und wenig öffentlich gearbeitet, um gegen die zunehmenden extremistischen Aktivitäten und radikal motivierten Straftaten in der Stadt etwas zu tun. Nun aber soll die Stadt, die Gesellschaft wahrnehmen, dass etwas geschieht.

veröffentlicht am 16.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 05:41 Uhr

Während eines Pressegesprächs stellte die zehnköpfige Arbeitsgruppe vor, was sie in den vergangenen Monaten alles gemacht hat und was in den kommenden Monaten geplant ist. „Es geschieht auch etwas Positives“, fasste Ratsfrau Anka Knechtel die Stimmung zusammen. Oder wie in einem Arbeitspapier der Arbeitsgruppe geklagt wird: „Die Berichterstattung in den überregionalen Medien in den vergangenen Monaten hat Bückeburg als eine Hochburg der Neonazis beschrieben, ohne das zivilgesellschaftliche Engagement von Bückeburgern gegen diese antidemokratischen Entwicklungen zu erwähnen.“

Wie Ratsherr Bernd Schierhorn (Bündnis90/Die Grünen) ergänzte, „sind wir nicht gegen etwas. Vielmehr treten wir für unsere Demokratie und eine tolerante und vielfältige Stadtgesellschaft ein.“ Möglichst vielen Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten solle die Möglichkeit zum Mitmachen gegeben werden. „Das ist uns gelungen.“ 30 bis 40 Menschen, in der Spitze bis zu 60, nehmen regelmäßig an den Foren des Arbeitskreises teil.

Dem Arbeitskreis sei es durch diese Vernetzung von Vereinen, Initiativen und Institutionen gelungen, das Problem zu thematisieren und im Bewusstsein der Multiplikatoren zum Beispiel vieler Jugendleiter zu verankern: bei denen, die insbesondere mit der Altersgruppe zu tun haben, die die Neonazis versuchen zu ködern, die 14- bis 18-Jährigen. „Es ist einiges auf den Weg gebracht, auch an den Schulen und mit der Polizei“, sagte Dirk Assel: „Aber es wird ein langer Prozess, um den Extremismus zurück zu entwickeln.“

Erste, sichtbare Aktionen, die auf Initiative des Arbeitskreises zurückgehen, war unter anderem die Resolution des Rates „Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt“ oder aber „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“, zu denen das Gymnasium Adolfinum und die Oberschule geworden sind. Dazu kamen mehrere Ausstellungen und begleitende Informations- und Aufklärungsveranstaltungen.

Auch für die kommenden Monate hat sich der Arbeitskreis einiges vorgenommen und will gegen die Schmierereien und Spucki-Kleberei vorgehen. Kindergärten und Schulen sollen für bestimmte Objekte Patenschaften übernehmen und sich darum kümmern, dass zum Beispiel Stromkästen mit bunten Bildern bemalt werden. Für größere Objekte sollen Paten gefunden werden. „Ein langsamerer Prozess als eine große Reinigungsaktion“, so Stadtjugendpfleger Stefan Reineke, „aber nachhaltiger.“ Beim Ordnungsamt wird eine Hotline, (0 57 22) 206-182, E-Mail ordnungsamt@bueckeburg.de eingerichtet, wo Bürger melden können, wenn es neue Schmierereien gibt. Die sollen dann schnellstmöglich entfernt werden, auch wenn das betreffende Objekt nicht Eigentum der Stadt ist. „Spuckis“ an Laternen sollen von Bürgern entfernt werden. Wer jemanden bei Schmierereien beobachtet, sollte das schnellstmöglich melden, sagte Bürgermeister Reiner Brombach: „Das ist kein Denunziantentum.“ Er hat sich vorgenommen, direkt mit den Neonazis zu sprechen und sie auf andere Bahnen zu bringen.

Vom Arbeitskreis ist das Anbringen von Plakaten „Bückeburg ist bunt“ im Stadtgebiet geplant, die Geschichtswerkstatt der ehemaligen Herderschule soll schulübergreifend an Oberschule und Gymnasium arbeiten, am Adolfinum ist ein „Tag der Zivilcourage“ geplant. Bei einer Lesung wird die Autorin Elisabeth Zöller aus ihrem Buch „Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife“ lesen.




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