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Vorwurf der Kurhaus-Bürgerinitiative: Schadstoffgutachter überflüssig

Asbest-Debatte kostet Zeit und Geld

Bad Nenndorf. Vor der Ratssitzung am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr im Haus Kassel erhebt das Mitglied der Kurhaus-Bürgerinitiative, Dorit Kosian, den Vorwurf, das Gremium verschleppe die per Bürgerentscheid beschlossene Sanierung des Gebäudes. Kosian macht dies unter anderem an der zuletzt aufgekeimten Debatte um mögliche Asbestbelastung fest.

veröffentlicht am 04.03.2014 um 17:20 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:42 Uhr

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„Durch immer neue Beschlüsse von CDU und SPD wird die Wiederaufnahme der Sanierungsarbeiten am Kurhaus bewusst verzögert, zusätzliche Kosten zulasten des Steuerzahlers nimmt man in Kauf“, schreibt Kosian in einer Stellungnahme. Die 30 000 Euro für die Planung der Kurhaus-Sanierung hält die Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens vom vergangenen Jahr für eine überflüssige Ausgabe. Die Hälfte der Fragen, die der Projektplaner klären soll, könne sogar die Bürgerinitiative „sofort und umfassend beantworten“.

Noch mehr erzürnt Kosian allerdings die wiederholte Nachfrage in öffentlicher Sitzung, ob im Kurhaus während der Sanierung mit dem Auftauchen asbesthaltigen Materials zu rechnen ist. Es sei Sache des Bauamtes, so etwas zeitnah zu beantworten. Doch die Verwaltung sei den Umweg über das Architekturbüro pm gegangen.

Von dort habe das Rathaus dann die Antwort erhalten, dass mit dem Vorkommen von belastetem Material nicht zu rechnen sei. Das Büro pm, das bereits vor einigen Jahren einen detaillierten Sanierungsplan vorgelegt hatte, verwies laut Kosian auch darauf, dass bei den bisherigen Umbaumaßnahmen am Kurhaus kein Asbest festgestellt worden war. Unter anderem war im Kurhaus eine neue Heizungsanlage installiert worden.

Und Kosian geht noch weiter: „Ferner wäre es der Verwaltung möglich gewesen, diesbezüglich die damalige Baugenehmigung für das Kurhaus einzusehen. Dort waren zum Beispiel selbst bituminöse Stoffe für die Abdichtung des Gebäudes nicht erlaubt“, schreibt die Bad Nenndorferin. Außerdem liege eine entsprechende schriftliche Aussage des Bausachverständigen Otto Uthe vom 27. Februar 2013 vor. Uthe war verantwortlicher Bauleiter des 1963 fertiggestellten Kurhauses.

Als „reine Zeit- und Geldverschwendung“ bewertet Kosian damit die vom Rat beschlossene Einschaltung eines Schadstoffgutachters. „Wir behalten uns vor, notwendige Schritte einzuleiten, falls trotz des Vorhergesagten ein Schadstoffgutachter beauftragt werden sollte“, so Kosian, die sich auch daran stört, dass überhaupt öffentlich über Asbestbelastung des Kurhauses diskutiert wird. Schließlich befinden sich in dem Gebäude medizinische Praxen, was die Angelegenheit äußerst sensibel mache.




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