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Zwei Polizeibeamte weiter dienstunfähig

Asylbewerber nach Attacke auf Polizisten in Psychiatrie eingewiesen

BÜCKEBURG. Der 21-jährige Asylbewerber ist am Wochenende dem Amtsgericht Bückeburg vorgeführt worden, das die einstweilige Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus anordnete. „Es liegen deutliche Anzeichen für eine Psychose vor“, wie der Pressesprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Bückeburg, André Lüth, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Mann.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 14:55 Uhr
aktualisiert am 11.02.2019 um 18:10 Uhr

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

BÜCKEBURG. Der 21-jährige Asylbewerber, der am Freitag drei Polizisten verletzt hat, ist am Wochenende dem Amtsgericht Bückeburg vorgeführt worden. Dort wurde die einstweilige Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. „Es liegen deutliche Anzeichen für eine Psychose vor“, wie der Pressesprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Bückeburg, André Lüth, auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte. Schon in den Wochen zuvor war der Ivorer den Mitbewohnern aufgefallen, da es ihm psychisch nicht gut gegangen sei, berichtet Awo-Chefin Heidemarie Hanauske.

Sie sei direkt nach dem Angriff in die Unterkunft gefahren, und es habe eine Art Hausversammlung gegeben. „Hier leben viele Menschen, darunter kleine Kinder und schwangere Frauen“, sagt Hanauske. Sie seien entsetzt von dem brutalen Angriff auf die Beamten. „Egal, ob Flüchtling oder Deutscher, das muss tabu sein, das darf nicht passieren.“

Doch hätte nicht früher reagiert werden müssen, wenn der Mann bereits auffällig gewesen ist? „Wir sind keine Psychologen und können keine therapeutischen Maßnahmen vornehmen“, so Hanauske. Man könne Asylbewerber mit psychischen Problemen nur darauf hinweisen, welche Möglichkeiten es gebe. „Aber sie haben natürlich entsprechende Wartezeiten für einen Therapieplatz, wie alle anderen auch.“ Bei Sprachschwierigkeiten könne ein Sprachmittler hinzugezogen werden. Leichter wird eine Therapie allerdings nicht, wenn zwischendurch jeder Satz noch übersetzt werden muss. Die Sozialbetreuer in der Flüchtlingsunterkunft hätten aber eine Schulung mit Burghofklinik-Mitarbeitern gemacht, wie sie mit so einer Situation umgehen könnten, so Hanauske.

Man könne auch keinen Bewohner dazu zwingen, eine Therapie zu besuchen. „Das sind erwachsene Menschen. Solange sie sich oder andere nicht gefährden, sind uns die Hände gebunden“, so Ha-nauske. Und in dem Moment, als der Asylbewerber gewalttätig wurde, habe man sofort die Polizei eingeschaltet.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 21-jährigen Ivorer, denn er hatte die alarmierten Polizeibeamten mit einer Hantelscheibe attackiert und drei von ihnen verletzt. Einer musste mit einer größeren Platzwunde am Kopf stationär im Klinikum Schaumburg in Vehlen aufgenommen werden. Er konnte aber zwischenzeitlich das Klinikum verlassen, so der Pressesprecher der Polizei Bückeburg, Matthias Auer. Zwei der Polizisten sind nach wie vor dienstunfähig, der dritte hat sich inzwischen zum Dienst zurückgemeldet.

Geklärt werden konnte mittlerweile auch die Identität des 21-Jährigen. Hier hatten am Freitag noch Unklarheiten bestanden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handele es sich um einen Ivorer. Als Tatwaffe sei eine Hantelscheibe verwendet worden. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich der Mann zum Tatzeitpunkt unter dem Einfluss von Drogen befand, wurde eine Blutentnahme angeordnet.




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