weather-image
27°
×

Vier neunte Klassen der Herderschule trainieren für den Ernst des Lebens

Auch der richtige Händedruck gehört zum guten Vorstellungsgespräch

Bückeburg (mig). Wie muss ein vollständiger Lebenslauf aussehen, an wen soll ich meine Unterlagen adressieren? All diese Fragen haben Carsten Wahle und Thomas Schäfer vier neunten Klassen der Herderschule beantwortet. Im Rahmen eines intensiven, von der Volksbank in Schaumburg unterstützten Bewerbungstrainings gaben die Bezirksgeschäftsführer der Barmer Tipps für die Bewerbung, das Vorstellungsgespräch und Einstellungstests.

veröffentlicht am 19.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 19:41 Uhr

Die erste Bewerbung ist immer die schwerste. Das wissen nicht nur die Neuntklässler der Herderschule, das weiß auch der Fachleiter Wirtschaft, Günther Biallas. Tage- und wochenlang quält man sich mit Feinheiten und Formalien, der Farbe der Unterschrift und einem aussagekräftigen Anschreiben. „Manch ein Schüler schiebt das Thema auf die lange Bank, dem versuchen wir entgegenzuwirken“, erklärt Biallas. „Wir bereiten die Schüler unter anderem mit einem Praktikum, dem Schreiben von Lebensläufen im Unterricht, einem BIZ-Besuch oder dem Aushängen von freien Ausbildungsplätzen so früh wie möglich auf die Realität vor.“

Die zweitägige Barmer-Schulung ist Teil dieses Konzepts. In diesem Jahr werden die Lerneinheiten in den Räumen der Volksbank in Schaumburg abgehalten. „So wird der normale Schulalltag unterbrochen, die Jugendlichen benehmen sich ganz anders“, freut sich Thomas Schäfer. Tatsächlich sind die Teilnehmer erstaunlich motiviert. „Man merkt, dass die Schüler die Sache sehr ernst nehmen“, zieht Schäfer ein vorläufiges Fazit, „die Schüler wissen, welche Anforderungen auf sie zukommen.“ Auch wegen der wirtschaftlichen Lage habe sich das Bewusstsein ein Stück gewandelt. Schäfer: „Diesmal sind weniger Lebenskünstler unter den Teilnehmern.“ Sein Rat: „Je früher die Schüler ihre Bewerbungen schreiben, desto besser.“

Nach der Pflicht – Grundlagen wie: korrekte Adressierung an den Ansprechpartner oder die Wahl der richtigen Berufsbezeichnung – folgt die Kür. In einem simulierten Vorstellungsgespräch mimt Thomas Schäfer den Chef und führt die Schüler so an die richtigen Umgangsformen heran. Dem eintretenden Neuntklässler rät der Betriebswirt nicht zu verkrampfen und korrigiert dessen Begrüßung mit den Worten: „Warten Sie, bis man Ihnen die Hand reicht.“

„Wir wollen hier einen Raum schaffen, in dem die Schüler aus ihren Fehlern lernen können, ohne dass jemand über sie lacht“, betont Schäfer. Wichtig sei, dass die Schüler auf seriöse Kleidung achteten, nicht zu viel Schminke auftrügen und bei der Begrüßung Vor - und Zunamen nennen würden. Und: „Der banalste Fehler ist das Zuspätkommen.“ Heiß diskutiert wird in Fachbüchern auch der korrekte Händedruck. „Nicht zu weich und nicht zu stark“ solle er sein, meint Thomas Schäfer. Gar nicht einfach, wenn man nervös ist und den Job unbedingt haben möchte.

Vier neunte Klassen profitierten an den zwei Tagen von den Ratschlägen der Profis, weitere Maßnahmen der Schule (Praktikum, BIZ-Besuch und die Thematisierung von Lebensläufen/Anschreiben im Unterricht) sollen die Berufsvorbereitung ergänzen. „Mit dem Bewerbungstraining wollen wir den Schülern einen Kontakt zur Realität vermitteln, ihnen außerschulische Lernorte bieten“, so Günther Biallas. Zum Abschluss der letzten Gruppe durften die Schüler einigen Volksbank-Azubis Fragen stellen.

Der richtige

Händedruck gehört zu einem guten Vorstellungsgespräch dazu, wie Barmer-Bezirksgeschäftsführer Thomas Schäfer demonstriert. Foto: mig




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige