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Polizei: Das Ausmaß der Gefährlichkeit wird unterschätzt

Auch Radfahrer oft rücksichtslos

Von Michael Werk

veröffentlicht am 10.05.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:21 Uhr

Bückeburg. Für immer mehr Radfahrer in Bückeburg scheinen eigene Regeln zu gelten, was den Straßenverkehr betrifft. So werden etwa Fußgängerüberwege mit dem Fahrrad überquert, Einbahnstraßen entgegen der erlaubten Fahrtrichtung benutzt und Radwege ignoriert. Zudem wird während der Dunkelheit ohne Licht gefahren und bei alledem mitunter über Ohrstöpsel laute Musik vom MP3-Player gehört. Darüber hinaus ist nach Auskunft von Swintha Buhrmester, Kontaktbeamtin des Polizeikommissariats Bückeburg, auch bei den Pedalisten – als Teil eines „gesamtgesellschaftlichen Problems“ – zunehmend „eine größere Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr“ zu beobachten.

„Das Ausmaß der Gefährlichkeit wird insbesondere von jüngeren Verkehrsteilnehmern unterschätzt“, kommentiert Polizei-Pressesprecher Ulrich Kaupmann derlei Unsitten. Exemplarisch verweist er auf den Kreisverkehr am Zusammentreffen der Schul-, Georg- und Herminenstraße: Wären die Autofahrer nicht so rücksichtsvoll, gebe es hier sicherlich regelmäßig Unfälle, mutmaßt der Verkehrsexperte. Denn im allgemeinen rechne ein Autofahrer an solch einer Stelle nicht damit, dass Radfahrer plötzlich mit hoher Geschwindigkeit herannahen und unerlaubterweise die dortigen Fußgängerüberwege befahren. Käme es dagegen zu einem Unfall, wäre der Fahrradfahrer – abgesehen von möglichen eigenen körperlichen Verletzungen – in einer „ganz schwierigen rechtlichen Situation“, wobei das gegebenenfalls zu zahlende Bußgeld noch das geringste Übel sei. Eine gerichtliche Auseinandersetzung der am Unfall beteiligten Verkehrsteilnehmer könne sich nämlich durchaus über Jahre hinziehen – Ausgang ungewiss. Ähnlich sieht es bei Unfällen aufgrund anderer Verfehlungen der Pedalritter aus.

Das laute Beschallen mittels MP3-Player und Ohrstöpseln oder die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrradfahrt sei überdies „eine ganz gefährliche Mischung“, da dadurch die im Straßenverkehr erforderliche Aufmerksamkeit des Radfahrers herabgesetzt werden könne.

Dass sich die Verkehrsverstöße der Fahrradfahrer bislang noch nicht in besonderem Maße auf die alljährliche Unfallstatistik ausgewirkt haben, führt Kaupmann auch auf die ständigen Kontrollen durch die Polizei zurück. Die Kollegen im Streifendienst seien für dieses Thema durchaus „sensibilisiert“, bestätigt Buhrmester.

Rücksichtslose Verhaltensweisen der Radfahrer oder der nicht-verkehrssichere Zustand ihrer Drahtesel würden entsprechend geahndet, wenn sie festgestellt werden. Außerdem gebe es an den weiterführenden Schulen und entlang der Schulwege regelmäßig unangekündigte Verkehrskontrollen, bei denen die Fahrräder der Schüler auf ihre Verkehrssicherheit hin überprüft werden. In der Vergangenheit sei dabei an rund 30 Prozent der in Augenschein genommenen Räder etwas zu beanstanden gewesen.




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