weather-image
23°
×

„Niedersachsenweit erste Rückkehr“ nicht bei Lüneburg sondern in der Bückeburger Niederung

Aue-Störche haben die Schnäbel weit vorne

Bückeburg (bus/rc). Entgegen anders lautenden Meldungen, welche die „niedersachsenweit erste Rückkehr“ eines Storchs für Sonntag, 3. Februar, in Artlenburg bei Lüneburg bekannt gegeben haben, ist der erste rückkehrende Adebar bereits am Sonnabend, 2. Februar, über Petzen gesehen worden. Und zwar „spätestens“, wie Hans-Dieter Lichtner betont. Oder bereits am 1. Februar, wie unser Leser Heinrich Nolting beobachtet hat und gleich Fotos von den Adebars schoss. Bereits einen Tag später musste das Paar sein Nest auf der Domäne Petzen gegen zwei weitere Störche verteidigen.

veröffentlicht am 09.02.2013 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 06:21 Uhr

Ob es sich bei dem Paar um die Brutvögel aus Petzen handele, könne natürlich nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber einiges spreche schon dafür. Lichtner: „Auch in den Vorjahren haben Weißstörche bei uns oder in der Nähe überwintert. Während der langen Kälteperiode im Januar waren sie sicher weiter im Südwesten, in Frankreich oder bestenfalls in Spanien, aber wohl kaum mehr in Südafrika, dem ehemals typischen Winterquartier.“

Weiter heißt es in den Mitteilungen des Fachmanns: „Auch sonst ist in der Niederung inzwischen wieder einiges los: Nach einer langen Durststrecke für Vogelfreunde im Januar zeigen sich nun wieder Trupps von Stieglitzen und Erlenzeisigen, vor allem aber eine große Zahl von Gänsen und Stockenten.“ Der Grund dafür sei ganz einfach der hohe Wasserstand. Die Landwirte würden das zwar mit Bangen sehen, denn sie benötigen für den Viehaustrieb im Mai einen festen und trockenen Boden. Aber die Niederung steht zum Teil unter Naturschutz, und auch die übrigen Flächen sind zum allergrößten Teil als ökologische Ausgleichsmaßnahmen angelegt. Dort hat der Naturschutz Vorrang vor der Landwirtschaft. Solche Feuchtgebiete sind auch bei uns in Norddeutschland rar geworden, so Lichtner.

Die umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen im Mittleren Bruch, die im zurückliegenden Jahr dieses Gelände zeitweilig wie eine Baustelle aussehen ließen, zeigen nun erste positive Früchte. Tausende von Kubikmetern Auewasser strömten hier in die umdeichten Flächen. Die Aue hatte vor kurzer Zeit wieder einmal eine ihrer gefürchteten Hochwasserspitzen, die durch Regen und Schneeschmelze bedingt sind. „Wo wäre dieses Wasser geblieben, wenn es nicht auf die dafür vorgesehenen Retentionsflächen geflossen wäre?“, fragt Lichtner. Eventuell wäre es in manchem Keller in Evesen gelandet. So dienten die momentan unter Wasser stehenden Flächen sowohl dem Hochwasser- als auch dem Naturschutz.

Das Mittlere Bruch dient gegenwärtig als Rückhalteraum für die von der Aue transportierten Wassermassen. Foto: bus

Bei den derzeit zu beobachtenden Gänsen handelt es sich wohl um „die üblichen Verdächtigen“. Der Trupp von rund 200 bis 300 Graugänsen sei vermutlich in der Weseraue und im Bereich Gevattersee/Hofwiesenteiche beheimatet. Dafür spreche die Tatsache, dass er wie in den Vorjahren von mehreren schneeweißen Hausgänsen begleitet wird, die dieser Gruppe ihre Erkennungsmarke aufdrücken. Mit von der Partie sind auch einige Blessgänse und die nun schon allseits bekannten Nilgänse. Bei den Enten tummeln sich zwischen den Stockenten auch diverse Krickenten: „Unsere kleinste, aber ausgesprochen hübsche Entenart, die im Sommer in den Mooren Europas brütet“

Auffälligste Erscheinungen seien momentan aber sicher die Silberreiher. Mitunter war etwa ein Dutzend dieser schönen, großen Vögel zu beobachten: „Aber eigentlich geht es in der Niederung jetzt erst richtig los. In den bevorstehenden Wochen ist einiges vor allem an Wasservögeln zu erwarten. Und die Kraniche werden auch bald kommen – es wird spannend.“

Seit dem vergangenen

Wochenende ist wieder ein Storchenpaar auf dem Schornstein der alten Domäne Petzen.

Foto: pr.




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige