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Schmidt will ersten Stellvertreter-Posten

Auetaler SPD ist Gewinner und Verlierer zugleich

Auetal (rnk). Gewinner und Verlierer zugleich: Zwar hat die Auetaler SPD ihren Bürgermeisterkandidaten Thomas Priemer mit großer Vorsprung ins Ziel gebracht und auch bei den Prozentpunkten zugelegt, aber die eigene Mehrheit ist dennoch dahin: Die SPD sucht einen Partner. Und die CDU erhebt Anspruch auf den ersten Stellvertreter-Posten des Bürgermeisters.

veröffentlicht am 12.09.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Möglich macht es das Rechenverfahren nach Hare-Niemeyer, das die kleinen Parteien unterstützt. Und so reicht es in den jeweiligen Fachausschüssen für die SPD noch, um die eigenen Standpunkte mit Mehrheit durchzusetzen, im Gemeinderat sind die Genossen auf Hilfe angewiesen: acht Sitze für die SPD, fünf für die CDU, vier für die Wählergemeinschaft, dazu kommen noch Rolf Wittmann von den Grünen und der SPD-Bürgermeister Priemer. Aus Sicht der SPD rechnet sich das so: 9:10. Und so spricht einen Tag nach der Wahl Andreas Watermann von drei Möglichkeiten, die die Partei habe: Wittmann, CDU und WGA. "Wir haben proportional gewonnen und einen Sitz verloren", sagt der Auetaler SPD-Ortsvereinsvorsitzende Watermann. Da tröstet es wenig, dass die Genossen einen kleinen, sehr prestigeträchtigen Sieg errungen haben: In Rolfshagen, der Hochburg der WGA und dem Wohnsitz von Ortsvorsteher und Bürgermeisterkandidat Siegbert Held, haben sie die meisten Stimmen - und werden Held als Ortsvorsteher ablösen können. Namen mochte Watermann nicht nennen, dass es der einzige Rolfshäger, der für die SPD im neuen Gemeinderat sitzt, werden wird,schloss Watermann fast aus: "Rüdiger Teich hat genug Arbeit." Hätten 15 WGA-Wähler die SPD gewählt, so hat Watermann inzwischen ausgerechnet, hätte es für den neunten Sitz und die Mehrheit gereicht. Auch in Rehren ist von der SPD das Amt des Ortsvorstehers neu zu besetzen: Marita Benito wird es zur Verfügung stellen, für den Gemeinderat hatte sie nicht mehr kandidiert. Rund 3,5 Prozentpunkte verloren, aber dennoch die bisherigen fünf Sitze im nächsten Gemeinderat gehalten: "Für uns ist alles beim Alten geblieben", meint CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Friedrich Gärling. Dafür, dass seine Partei nur mit sieben Kandidaten angetreten sei, sei dies ein richtig schönes Ergebnis. Und: "Rein rechnerisch sind interessante Konstellationen möglich." Die CDU wird mit den beiden anderen Parteien und auch Rolf Wittmann von den Grünen sprechen, "das macht man so", erklärt Gärling. Die CDU wird in die Gespräche mit der SPD mit stolzer Brust gehen - und eine Forderung stellen. Das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters reklamieren die Auetaler Christdemokraten für sich. Es sei lange Jahre "Usus" (Gärling) gewesen, dass die zweitstärkste Fraktion den ersten Stellvertreter gestellt habe, erst die SPD sei davon nach der letzten Wahl abgewichen und habe Manfred Spenner in dieses Amt gewählt. Wer aus der CDU-Fraktion dieses Amt erhalten soll, steht ebenfalls fest: Torben Sven Schmidt hat noch in der Wahlnacht seinen Anspruch angemeldet. Für Gärling nachvollziehbar: Die gute Wahlkampfarbeit des Kathrinhägers solle mit dem Amt auch belohnt werden. Dass sich Rolf Wittmann der CDU für die nächsten fünf Jahre anschließen wird, bezweifelt Gärling ganz stark: "Am Rande der Wahl haben wir miteinander gesprochen. Rolf Wittmann will nur in der Sache entscheiden." Gärling rechnet damit, dass in den nächsten beiden Wochen alle Fragen geklärt werden können, diese Woche plant die CDU eine Sondersitzung.




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