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Sonst regt sich keine Kritik am Bauvorhaben des Investors Lenz an der oberen Langen Straße

„Auf 30 Meter Länge keine Schaufenster“

Bückeburg (rc). Über zehn Jahre ist um die Bebauung des Viehmann-Kammann-Komplexes gerungen worden. Ein 2004 bereits genehmigter Bauantrag wurde nie umgesetzt. Nun wird dort Lenz-Häuser aus Bückeburg ein Projekt „Zurück ins Leben in der Langen Straße in Bückeburg“ verwirklichen (wir berichteten). 22 Wohnungen für die Älteren entstehen dort, allesamt behindertengerecht und mit einem Betreuungsangebot durch das DRK im Erdgeschoss.

veröffentlicht am 01.09.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:41 Uhr

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Der Bau- und Umweltausschuss nahm die Vorstellung des Projektes durch Investor Dirk Lenz in seiner Sitzung am Donnerstagabend ohne größere Diskussion zur Kenntnis. Denn zu beschließen gab es nichts, da das „in langen Gesprächen mit dem Bauamt gewachsene Projekt“ wie es Lenz formulierte, die Maßgaben des Bebauungsplans erfüllt, mithin also genehmigt werden kann – und muss.

Zahlreiche Bürger, insbesondere Geschäftsleute der oberen Langen Straße, verfolgten die Diskussion im Ausschuss. Für sie sprang der Vorsitzende von „Handel aktiv“, der Vertretung der Bückeburger Kaufleute und Gewerbetreibenden in die Bresche. Joachim Scheffler übte heftige Kritik an den Planungen, dass im Erdgeschoss keine Einzelhandelsflächen vorgesehen sind. „Auf 30 Meter Länge keine Schaufensterfront. Wir befürchten, dass der östliche Bereich der oberen Lange Straße vom Rest der Geschäftsstraße abgeschnitten wird, sich dort keine Kunden mehr verlieren.“ Politik und Verwaltung sollten noch einmal in sich gehen und erneut beraten, fordert Scheffler. Der 2004 noch für den damaligen Besitzer der beiden Häuser, Alfred Viehmann, die Projektentwicklung vorangetrieben hatte. Damals waren noch Ladengeschäfte im Erdgeschoss vorgesehen.

Dirk Lenz erinnerte eben an diesen Umstand. In den vergangenen Jahren sei keiner gefunden worden, der im Erdgeschoss Ladenflächen habe realisieren wollen und können, auch weil es an potenziellen Mietern gefehlt habe. Unterstützung erhielt er vom Ausschussvorsitzenden Bernd Insinger (SPD), der die Pläne als „die vernünftigste Lösung seit Jahren“ bezeichnete. Der Ausschuss solle sich nicht an Details reiben und verzetteln: „Irgendwann werden diese alten Gebäude zusammenbrechen.“ Und: „Ich hoffe, dass alles reibungslos über die Bühne geht.“

Wie Lenz bei der Präsentation sagte, werden insgesamt 22 Wohnungen entstehen. Ein Großteil ist bereits vermarktet. Überwiegend würden Menschen aus dem Umland nach Bückeburg ziehen. Mithin also der Bevölkerungsrückgang etwas verlangsamt, wie Insinger dazu anmerkte. Alle Wohnungen sind behindertengerecht. Im Erdgeschoss werden Gemeinschaftsräume als zentraler Anlaufpunkt für die Bewohner geschaffen. Im Erdgeschoss zieht das DRK ein, um die Wohnanlage zu betreuen. Eventuell wird auch ein Café eingerichtet.

Außen wird das Gebäude so gestaltet, dass es optisch den Eindruck von zwei Häusern vermittelt und nicht als „langer Riegel“ wirkt. Mittig werden die beiden Gebäudeteile durch ein Treppenhaus verbunden, dezent gestaltet mit viel Glas und Aluminium. In der Höhe ist das Gebäude an die umliegende Bebauung angepasst. Zwar deutlich höher als die angrenzende Residenzpassage, aber noch niedriger als das Spannuth-Haus zwei Häuser weiter.

Hinter dem Gebäude zur Herderstraße hin wird eine Tiefgarage mit 14 Stellflächen entstehen, die über die Herderstraße erschlossen wird. Die Gebäude hinten werden abgerissen, die Fläche als Grünfläche und kleiner Park gestaltet.

Mit dem Abriss der beiden Häuser an der Langen Straße wird im Oktober begonnen. Die Bauphase soll etwa sieben Monate dauern. Insgesamt vier Millionen Euro investiert die Lenzhäuser GmbH.

Abriss und Bau werden nicht ganz einfach, wie Lenz umriss. Vor den Gebäuden sind Bushaltestellen, wo derzeit noch Abstimmungsgespräche laufen, wie diese während der Bauphase genutzt und eventuell verlegt werden können. Der Abriss der Gebäude erfolgt dadurch, dass die Lkw von der Herderstraße auf das Grundstück fahren und über die Lange Straße ab. Während der Rohbauphase muss ein Kran auf die Lange Straße gestellt werden.

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