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Kambala-Rhythmen locken zum Eine-Welt-Laden in die Bäckerstraße

Auf Armut aufmerksam machen: "Tour de Fair" hält in Rinteln

Rinteln (ima). Bereits zum fünften Mal haben sich Welt-Laden-Mitarbeiter aus ganz Deutschland aufgemacht, per Rad Läden einer Region anzufahren und dabei auf ihr Geschäftsmodell vom fairen Handel aufmerksam zu machen. Dieses Jahr führt der Weg der "Tour de Fair" von Bielefeld durch das Weserland nach Minden, einschließlich eines Zwischenstopps in Rinteln. Empfangen wurden die Radler von der Trommelgruppe Kambala, deren afrikanische Rhythmen Besucher des Häppchen- und Schnäppchenmarktes Richtung Eine-Welt-Laden locken sollten.

veröffentlicht am 07.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

"Im Wesentlichen geht es darum", erklärt Hartmut Damke vom Welt-Laden Minden, "den Produzenten gesicherte Existenzen zu geben: Gerechte Löhne, kontinuierliche Abnahme und vor Ort Investitionen in Gesundheit und Bildung." Dazu gehört beispielsweise die Finanzierung medizinischer Versorgung oder die Besoldung von Lehrern. Dabei ist man rund um den Globus tätig, Projekte bestehen in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien, dort besonders in Indien. Kontakte zu den Herstellern der in den Welt-Läden angebotenen Produkte werden über Fairhandelsimporteure, im kleineren Rahmen auch über Kirchen oder ehemalige Entwicklungshelferhergestellt. "Gutüber 50 Prozent der Sachen, die verkauft werden, sind fair gehandelte Lebensmittel", weiß Damke. Getrocknete Früchte, Kaffee, Öl, Getreide und Gewürze gehören hier zu den klassischen Produkten. Gertrud Chadwick vom Rintelner Laden ergänzt: "Bei uns liegt der Anteil an Nichtlebensmitteln etwas höher: Geschenkartikel, Taschen, Textilien und Gläser. Hier in Rinteln können wir erreichen, dass die Leute aufmerksam werden, dass auch andere Dinge geschehen, als in den Nachrichten gezeigt werden, dass es Menschen gibt, die von dem, was sie produzieren, nicht leben können." Hierzu dient auch der jährliche europäische Welt-Laden-Tag Anfang Mai, zu dem eine politische Forderung der Welt-Läden explizit formuliert wird - zuletzt: "Rote Karte gegen ausbeuterische Kinderarbeit". Diese Forderung unterstützen die Kunden in Unterschriften- oder Fotoaktionen. Besonders beliebt, so Chadwicks Kollegin Barbara Schulz, sind die so genannten Friedenstanzgruppen, mexikanische Tonfiguren, und Saftpacktaschen von den Philippinen: Dort löste man das städtische Müllproblem, indem man eine Initiative gründete, die recyclefähige Materialien aufsammelte und aufbereitete. Daraus entstand die Idee, Saftpackungen zu reinigen und in Familienbetrieben zu Taschen verschiedener Formen weiterzuverarbeiten. Diese Taschen, so Schulz, "sindseit einigen Jahren der Renner, weil sie sehr praktisch und sehr poppig sind, die Preise sind akzeptabel. Drei Projekte sind daran beteiligt, ich kann also etwas Gutes tun und etwas Modernes haben".




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