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Besucher-Bergwerk und Museum kooperieren mit Paläontologischem Arbeitskreis Kleinenbremen

Auf der Suche nach dem Großsaurier

Kleinenbremen (ly). Den Fund seines Lebens hat Heiko Spieß im Jahre 2007 nur knapp verpasst. Zwei Wochen, nachdem er dort unterwegs war, entdeckte ein Sammler in einer Tongrube bei Höxter das 185 Millionen Jahre alte Skelett eines Plesiosauriers, bekannt geworden als „Paddelechse Toni“.

veröffentlicht am 27.12.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:41 Uhr

Immerhin war Spieß 14 Tage zuvor nahe der Stelle auf einen Wirbel gestoßen. Seinen Traum, einen versteinerten Großsaurier zu finden, gibt der Hobby-Paläontologe dennoch nicht auf. „Das ist jederzeit möglich“, sagt er. Paläontologie ist die Wissenschaft von den Lebewesen vergangener Erdzeitalter.

Im Paläontologischen Arbeitskreis Porta Westfalica-Kleinenbremen, kurz PAK, ist Heiko Spieß der Schatzmeister. Mit der Besucher-Bergwerk und Museum gGmbH hat der PAK, gegründet vor fünf Jahren, jetzt einen Kooperationsvertrag geschlossen. Gemeinsam verfolgen die Partner das Ziel, „Kenntnisse über die regionale Geologie zu sammeln sowie repräsentative Funde für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, wie es in der Vereinbarung heißt, die zunächst bis Ende 2015 läuft.

Das Museum hat die Räume. Der PAK, ein gemeinnütziger Verein, füllt sie mit Leben. So liefern die Hobby-Paläontologen Rohmaterial aus den Steinbrüchen der Umgebung, damit Kinder und Jugendliche die Fossilien später präparieren können. „Da kämen wir sonst gar dran“, erklärt Museumspädagogin Susanne Riedmayer. Gleichzeitig wächst die erdgeschichte Sammlung des Hauses.

Funde müssen bearbeitet werden. In der Präparationswerkstatt des Museums, ausgerüstet mit modernen Geräten, finden PAK-Chef Uwe Stratmann und dessen etwa 20 Mitstreiter nahezu ideale Bedingungen vor. Sogar eine Strahlkabine, sozusagen der Porsche unter den Geräten zum mechanischen Präparieren von Fossilien, steht dort bereit. Es gibt wohl keine Art, umgebendes Gestein zu entfernen, die schonender ist.

Regelmäßig brechen PAK-Mitglieder zu Exkursionen in Steinbrüche der Region auf. Knochenfunde, die zu Dinosauriern gehören, gelten als besonders attraktiv. „Ein bisschen ist es wie Schatzsuche“, erklärt Heiko Spieß einen Teil seiner Motivation. „Das steckt in unseren Genen“, fügt Mike Polschinski halb im Spaß hinzu. „Wir sind Jäger und Sammler.“

Im Kleinenbremer Museum für Bergbau und Erdgeschichte gilt der freie Mitarbeiter Polschinski als Experte für Fossilien. Beim Arbeitskreis, 2007 als Freundeskreis ins Leben gerufen, war er der Ideengeber. „Eine sinnvolle Ergänzung zum Museumsbetrieb“, wie Polschinski meint.

Wer Interesse an Fossilien aber wenig Geld hat, könnte beim Arbeitskreis an der richtigen Adresse sein. Infos bei Heiko Spieß, Tel. (05 71) 2 44 49, oder bei Uwe Stratmann, Tel. (0 57 52) 12 81. Besucher-Bergwerk und Museum bieten auch im kommenden Jahr wieder Schnupperkurse zur Präparation von Fossilien an. Die Termine für Exkursionen stehen noch nicht fest. Internet: www.bb-mk.de




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