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Kennziffern helfen bei der Geldanlage – aber man sollte sich nicht blind darauf verlassen

Auf diese Zahlen kommt es bei Aktien an

Landkreis (vb). Bevor sich Anleger für eine bestimmte Aktie entscheiden, sollten sie deren Chancen und Risiken unter die Lupe nehmen. Für diese Prüfung des Investments werden häufig Kennzahlen über die Gewinnsituation und Finanzkraft des betreffenden Unternehmens verwendet. Bei der Interpretation solcher Daten sollten Anleger allerdings vorsichtig sein, rät die Bank ING Diba. Sie werden nämlich nicht immer auf einheitliche Art und Weise berechnet. Besonders bei den nachfolgenden Kennzahlen können Fallen lauern:

veröffentlicht am 30.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:42 Uhr

Kurs-Gewinn-Verhältnis: Das KGV setzt den Gewinn des Unternehmens – heruntergerechnet auf eine Aktie – ins Verhältnis zum aktuellen Börsenkurs (KGV = Kurswert geteilt durch Gewinn pro Aktie). Anleger sollten bei dieser Kennzahl besonders auf zwei Aspekte achten: Bezieht sich das KGV auf den erzielten Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr oder auf den für das laufende oder kommende Jahr erwarteten Gewinn? Die Hoffnung auf steigende Gewinne lässt das prognostizierte KGV günstiger als das KGV aus dem vorangegangenen Geschäftsjahr werden – allerdings ohne Gewähr.

Außerdem können unterschiedliche Gewinngrößen als Basis dienen: Beim Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern erscheint das KGV weitaus positiver als beim Nettogewinn, der alle finanziellen Lasten berücksichtigt.

Dividendenrendite: Beim Verhältnis der gezahlten Dividende zum Aktienkurs sieht es ähnlich wie beim KGV aus: Zu klären ist, ob es sich bei der angesetzten Dividende um die aktuelle Ausschüttung handelt oder um eine für die Zukunft erwartete Dividende. Ein Problem ist: Bei dieser Kennzahl kann ein Aktienkauf insbesondere dann verlockend erscheinen, wenn er besonders riskant ist. Etwa, wenn der Aktienkurs aufgrund eines befürchteten Gewinnrückgangs gefallen ist, als Basis für die Dividendenrendite aber noch die Ausschüttung des vergangenen Geschäftsjahres dient.

Kurs-Buchwert-Verhältnis: Diese als KBV abgekürzte Kennzahl stellt eine Relation zwischen der aktuellen Bewertung des Unternehmens an der Börse und seinen in der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerten her. Eventuelle Schulden des Unternehmens werden dabei berücksichtigt. Je niedriger das KBV ausfällt, umso attraktiver ist die Aktie grundsätzlich für substanzorientierte Investoren, da der Aktienpreis nah am Unternehmenswert liegt. Doch nicht immer spiegeln die bilanziellen Vermögenswerte wirklich die Realität wider. Stille Reserven können den Buchwert ebenso verfälschen wie stille Lasten. Der Kurs wiederum kann zum Beispiel darunter leiden, dass es dem Unternehmen nicht gelingt, mit seinen hohen Vermögenswerten eine attraktive Rendite zu erwirtschaften.

Tipp: Anleger sollten bei der Aktienauswahl einzelne Kennzahlen nicht isoliert betrachten, sondern immer im Zusammenhang. Außerdem sollten sie darauf achten, auf welches Geschäftsjahr und auf welche Gewinngröße sich die Bewertungen beziehen. Hilfreich ist es zudem, beim Vergleich die in der jeweiligen Branche üblichen Durchschnittswerte heranzuziehen. Denn die Bewertung von Unternehmen am Kapitalmarkt kann je nach Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit sehr unterschiedlich ausfallen.




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