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Stadt versteigert 23 Stück aus einer „präventiven Gewinnabschöpfung“

Aufsitzrasenmäher gefällig?

BÜCKEBURG. Die Stadt Bückeburg startet ihre nächste Online-Versteigerung: Nicht von Fund-Fahrrädern oder sonstigen Fundstücken, wie sonst in der Regel, sondern von sage und schreibe 23 Aufsitzrasenmähern sowie zwei Schneefräsen und zwei Heckrechen.
Die guten Stücke stammen nicht aus dem Fundus des Bauhofs und werden ausrangiert, sondern aus einer – oder mehreren – Straftaten.

veröffentlicht am 15.04.2019 um 12:31 Uhr

Aufsitzmäher-Parade: Unter der Regie von Ordnungsamtsleiter Lennart Braun versteigert die Stadt gleich 23 Stück über eine Online-Auktion. Foto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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So genau weiß es Ordnungsamtsleiter Lennart Braun auch nicht, unter dessen Regie die Versteigerung läuft. Die 26 Maschinen wurden bereits vor geraumer Zeit in einer Halle in oder bei Bückeburg sichergestellt und stammen offensichtlich aus einer oder mehreren Straftaten. So genau konnte – und wollte es – der Verdächtige nicht sagen, der erklärt hatte, dass er mit den Mähern nichts zu tun habe und auf die Gegenstände verzichte. Auch die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Ordnungsbehörden führten nur zu dem Ergebnis, dass ein verschwindet geringer Teil der sichergestellten Ware ihren rechtmäßigen Eigentümern zugeordnet werden konnte. Vom Rest ließ sich nicht ermitteln, wem die Mäher gehören.

Damit nun der vermeintliche Täter keinen Vorteil aus seinen Diebstählen hat und die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungsfrist von einem Jahr abgelaufen ist, werden die Aufsitzrasenmäher jetzt in einer sogenannten präventive Gewinnabschöpfung versteigert. Das heißt, dass die Behörden die Finger auf den Mähern und dem Erlös aus den Auktionen haben. Das Geld wird auf ein Konto der Stadt fließen und dort für weitere drei Jahre verwahrt, falls sich doch noch ein rechtmäßiger Eigentümer findet. Findet der sich nicht, wird das Geld in den Haushalt der Stadt fließen und die eine oderandere Lücke schließen, wie der Ordnungsamtsleiter erklärte.

Braun rechnet damit, dass bei Startpreisen zwischen 50 und 500 Euro mindestens 10 000 Euro bei der Auktion eingespielt werden – die Mindestgebote, zu denen die Mäher eingestellt wurden. Der Neuwert der hochwertigen Mäher der Marken Stiga, Husqvarna und John Deere wird laut Katalogen mit insgesamt 100 000 Euro beziffert. Die Mäher werden zwar als „gebraucht und defekt“ angeboten, da sie nach der langen Standzeit nicht mehr angesprungen sind oder aber Öl verloren haben. Der Großteil dürfte aber neuwertig sein und weist keinerlei Gebrauchsspuren etwa an den Mähwerken auf, wie sich auch unsere Zeitung bei einem Ortstermin überzeugen konnte.

Und so funktioniert es: Die nächste Online-Auktion der Stadt Bückeburg startet am Donnerstag, 2. Mai, ab 20 Uhr. und dauert zehn Tage. Die angebotenen Geräte können im Internet auf der Homepage www.sonderauktionen.net bereits jetzt angeschaut werden. Über die Homepage der Stadtverwaltung erfolgt eine direkte Verlinkung auf die Vorschau beziehungsweise die Auktion. Nach einer kurzen und kostenlosen Anmeldung auf www.sonderauktionen.net kann jeder Interessierte auf Schnäppchenjagd gehen und sein Gebot abgeben. Der Höchstbietende erhält am Ende den Zuschlag. Eine vorherige Besichtigung der Geräte ist selbstverständlich möglich, Details und Termine können den einzelnen Auktionen entnommen werden. Die Abholung der Geräte erfolgt dann gegen Barzahlung.

Für Rückfragen steht Lennart Braun von der Stadt Bückeburg unter der Telefonnummer (0 57 22) 206-140 zur Verfügung.




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