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Wittenberger Jugendtheater in Bad Eilsen mit "So ein Unsinn" zu Gast

Auftakt mit Lacherfolgen: Kalauer von Heinz Erhard und Loriot

Bad Eilsen (sig). Zwei junge Männer gestalteten am Sonnabend unter dem Motto "So ein Unsinn" ein eineinhalbstündiges Bühnenprogramm im Kurtheater. Ganz allein, ohne Bühnenbilder, mit sparsamen Requisiten und ohne zusätzliche Beleuchtungseffekte. Die Texte, die sie vortrugen und spielten, hatten sie ebenfalls s elber zusammengestellt. Aber sie besaßen dafür so bekannte Vorbilder und lnterpreten wie Heinz Erhard und Loriot.

veröffentlicht am 14.07.2008 um 00:00 Uhr

Was im westlichen Teil Deutschlands weniger bekannt war: Es gab in der früheren DDR auch zwei sehr beliebte Star-Comedians. Sie hießen Rolf Herricht und Hans-Joachim Preil. Beide traten zusammen in einer Vielzahl von Sketchen auf, wirkten in Filmen sowie in der Unterhaltungssendung "Ein Kessel Buntes" mit. Herricht starb im Berliner Metropol-Theater während des Finales von "Kiss me Kate". Auch dieses Duo hatten sich Renè Lenz und Tobias Grunemann zum Vorbild genommen. Die ihnen nacheifernden jungen Mitglieder des Wittenberger Theaterjugendclubs "Chamäleon" erzielten bei ihrem Gastspiel im Kurtheater die meisten Lacherfolge mit Missverständnissen, die sich durch den Gleichklang von Worten ergeben, die aber eine ganz unterschiedliche Bedeutung haben. Einer von beiden, in diesem Fall Renè Lenz, musste den Partner spielen, der sich immer wieder verhörte und nicht so sicher im Umgang mit Fremdwörtern war. Das spielte er erstaunlich glaubwürdig, ohne sich durch irgendein verschmitztes Lächeln zu verraten. Erst seit sechs Monaten gibt es dieses Duo, das sich vornehmlich lustig machtüber Alltagsereignisse, wie die Pflege bestimmter Hobbys vom Garten bis zum Briefmarkensammeln. Beim kurzweiligen Rezitieren war auch die bekannte "fade Made" von Heinz Erhard dabei. Am Ende gab es noch einmal großes Schmunzeln und Gelächter bei Loriots bekanntem Sketch von der Pferderennbahn mit dem Ausspruch: "Ei, wo laufen sie denn?" Dass Renè Lenz gut singen und mit einer Gitarre umgehen kann und zudem Tobias Grunemann eine Vorliebe für Percussion-Instrumente hat, das bereichert ihre zweifellos schon erstaunlich entwickelten schauspielerischen Fähigkeiten. Beide gehören zum festen Stamm des Wittenberger Jugendtheaters "Chamäleon", das 103 Mitglieder hat, von denen 60 bei den insgesamt sechs jährlichen Produktionen permanent zum Einsatz kommen. "Wir sind schon ganz gut herumgekommen in Deutschland und Europa", verrät Regisseur Markus Schuliers unserer Zeitung. Mitte August geht es nach Südafrika mit dem selbst verfassten Stück "Kinderkreuzzug". Nachdem in Halberstadt Schauspieler zusammengeschlagen wurden, ist auch der Rechtsextremismus von dem Ensemble gezielt aufs Korn genommen worden. In dieser Stadt spielte das Jugendtheater in leer stehenden Plattenbauten und wechselte dabei mit den Zuschauern fünfmal eine ausgemusterte Wohnung. So sah es die Dramaturgie vor. Markus Schuliers: "Inzwischen haben wir noch ein Seniorentheater gegründet, auch mit Laiendarstellern. Aber immerhin sind einige Mitglieder unseres Jugendensembles bereits auf der Karriereleiter emporgestiegen und sowohl Inspizienten als auch Dramaturgen geworden. Da hat es sich gelohnt, dass sie neben Schule und Theater kaum noch Zeit für ein Privatleben hatten."




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