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Miegel-Begehren scheitert trotz Mehrheit

Aus für Agnes

Bad Nenndorf. Das Bürgerbegehren zum Agnes-Miegel-Denkmal ist gescheitert. Mit einer Wahlbeteiligung von knapp 21 Prozent verfehlte der Entscheid am Sonntag das vorgeschriebene Quorum deutlich, weshalb die Stele nun aus dem Kurpark entfernt werden kann.

veröffentlicht am 11.01.2015 um 19:25 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:42 Uhr

Das vorläufige amtliche Endergebnis ist merkwürdig: 1502 Bad Nenndorfer und damit gut 77 Prozent der Wähler stimmten für den Verbleib des Denkmals im Kurpark, nur 448 (knapp 23 Prozent) votierten dagegen. Und dennoch rasselte das gesamte Bürgerbegehren durch, denn der damit verbundene Bürgerentscheid benötigt eine Mindestzahl an Ja-Stimmen von 25 Prozent aller Wahlberechtigten.

Das Resultat ist nach Meinung von Stadtdirektor und Abstimmungsleiter Mike Schmidt schwierig zu interpretieren. Denn einerseits gebe es eine überdeutliche Mehrheit für den Verbleib der Miegel-Figur im Park, doch andererseits haben sich offenbar nur wenige Menschen ausreichend dafür interessiert, um den Weg in die Wahllokale anzutreten. Das schlechte Wetter könne sich negativ auf die Beteiligung ausgewirkt haben, gab Schmidt am Sonntagabend zu bedenken. Doch auch bei der Briefwahl hatte es bereits dieselbe Tendenz gegeben: Eine deutliche Mehrheit (76,4 Prozent) plädierte für den Verbleib, aber es war nur eine Beteiligung von 270 Wählern im Vergleich zu fast 1000 beim Kurhaus-Entscheid.

Dass diejenigen, die der Wahlurne fern blieben, damit ihre Abneigung für den gesamten Vorgang ausdrücken wollten, hält Schmidt für unwahrscheinlich. Denn dann hätten sie dem Begehren zum Erfolg verholfen, hätten die Befürworter die nötigen 2225 Stimmen bekommen.

So aber fehlen diesen 723 Voten, was trotz des scheinbaren Kantersiegs einer deutlichen Niederlage entspricht. Die Verwaltung muss nun den Ratsbeschluss von Oktober 2013 umsetzen. Dazu werden in den kommenden Tagen Gespräche mit der Miegel-Gesellschaft aufgenommen, so Schmidt. Diese soll sagen, wie sie sich die Umsetzung wünscht. Denn Schmidt stellt klar: Es gehe nur um das Entfernen der Stele aus der Öffentlichkeit, nicht darum, die Miegel-Anhänger ins Abseits zu stellen. gus




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